Der Hamburger Hafen, Deutschlands größter Seehafen, ist das wirtschaftliche Herz der Stadt und schläft niemals. Jährlich werden hier 110 Millionen Güter umgeschlagen, und über 50 Prozent der deutschen Ein- und Ausfuhren erfolgen über den Seeweg, hauptsächlich über Hamburg. Laut ZDFheute bildet der Hafen ein zentrales Drehkreuz für den Handel mit den USA und Asien, was die Bedeutung Hamburgs im internationalen Handel unterstreicht.

Der Hafen ist nicht nur für die Exportwirtschaft von Bedeutung, sondern spielt auch für die lokale Beschäftigung eine entscheidende Rolle. Rund 156.000 Arbeitsplätze in der Metropolregion sind eng mit dem Hafen verbunden. Insgesamt sind es deutschlandweit über 605.000 Stellen, die direkt oder indirekt durch den Seeverkehr beeinflusst werden. Diese Beschäftigten haben im Jahr 2021 eine Wertschöpfung von fast 10 Milliarden Euro generiert und rund 2,57 Milliarden Euro an Steuereinnahmen erwirtschaftet, wie eine Studie des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik zeigt.

Wirtschaftliche Herausforderungen und Perspektiven

Aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen zeigen eine angespannte Lage. Thomas Wolnewitsch von Transcargo beobachtet die Wirtschaftssituation mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten; daher werden die wirtschaftlichen Probleme am Hafen erst in der kommenden Zeit spürbar. Trotz eines modesten Anstiegs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 Prozent im Jahr 2025, der durch privaten Konsum und staatliche Investitionen gestützt wird, sieht sich die deutsche Wirtschaft Herausforderungen gegenüber. Die Exporte aus Deutschland sinken, nicht zuletzt aufgrund von Handelsmaßnahmen, die seit Anfang 2025 unter der Präsidentschaft von Donald Trump gelten.

Die ersten Monate des Jahres 2026 werden als „Importmonate“ bezeichnet, während die Arbeitslosenquote in Deutschland seit drei Jahren ununterbrochen ansteigt. Dies geschieht trotz saisonbedingter Schwankungen, und der Rückgang der ausgeschriebenen Jobs ist auch über Plattformen wie Indeed zu beobachten. Am Hafen wird die wirtschaftliche Lage als „schwierig“ beschrieben, was die Unsicherheiten des Marktes unterstreicht.

Internationale Handelsbeziehungen und Strategie

Hamburg spielt als wichtigster Außenhandelsstandort eine entscheidende Rolle, insbesondere in Bezug auf Handelsbeziehungen mit der EU. Mehr als 19.000 Unternehmen im Außenhandel sind hier ansässig, darunter über 8.500, die sich auf den weltweiten Handel spezialisiert haben. Im ersten Halbjahr 2023 gingen 5,9 Prozent der Hamburger Exporte nach Frankreich, während 5,7 Prozent der Importe aus diesem Land kamen. Der Handel mit China und den USA ist ebenfalls von großer Bedeutung.

Die Herausforderungen für die Hamburger Außenwirtschaft sind vielfältig. Die geopolitischen Spannungen, die sich aus dem Ukraine-Krieg und den Beziehungen zu China und den USA ergeben, stellen eine ernsthafte Bedrohung dar. Das außenwirtschaftliche Konzept des Hamburger Senats hat das Ziel, die Resilienz der Lieferketten zu stärken und Abhängigkeiten zu verringern. Dazu gehört auch die Diversifizierung der Energie- und Rohstoffversorgung.

Weitere Aspekte der Außenwirtschaft umfassen die Auswirkungen der Regulierungen, wie etwa das Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz, das insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eine Herausforderung darstellt. Die Handelskammer plant, internationale Fachkräftepartnerschaften auszubauen, um die Zuwanderung zu fördern. Doch die Herausforderungen beim Zuzug von internationalen Fachkräften bestehen weiterhin, ebenso wie die Notwendigkeit, Bürokratie abzubauen und Handelshemmnisse zu reduzieren.

Insgesamt zeigt die aktuelle wirtschaftliche Lage in Hamburg, dass der Hafen und die damit verbundenen Industrien vor großen Herausforderungen stehen. Dennoch bietet die strategische Ausrichtung auf neue Märkte und die Stärkung des internationalen Handelspotentiale, die es zu nutzen gilt.