Die Immobilienpreise in Deutschland zeigen aktuell einen Aufwärtstrend nach einer Phase des Rückgangs. Laut dem Verband deutscher Pfandbriefbanken stiegen die Durchschnittspreise für Wohnimmobilien im dritten Quartal 2025 um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark verteuerten sich Mehrfamilienhäuser mit einem Anstieg von 5,2 Prozent, während Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen um 2,4 Prozent zulegten. Gewerbeimmobilien, insbesondere Büros, legten ebenfalls zu, und die Gesamterhöhung der Gewerbeimmobilienpreise betrug 2,8 Prozent. In den sieben größten Städten Deutschlands war der Preisanstieg mit 4,6 Prozent noch ausgeprägter.
In Frankfurt beispielsweise stiegen die Preise um 4,9 Prozent, während München mit 5,3 Prozent an der Spitze steht. Hamburg und Köln folgten mit einem Anstieg von 5,2 Prozent, und auch Düsseldorf verzeichnete eine Erhöhung von 5,1 Prozent. Im Kontrast dazu blieben die Preissteigerungen in Stuttgart mit 2,4 Prozent relativ moderat. Die Deutsche Bundesbank hat in diesem Zusammenhang von verringerten Überbewertungen und rückläufigen Risiken auf dem Wohnimmobilienmarkt berichtet.
Regionale Unterschiede und Preisentwicklung
Die Preisentwicklung zeigt eine klare regionale Differenzierung. Laut der Analyse stiegen die Immobilienpreise seit 2010 stark an, erreichten jedoch Mitte 2022 ihren Höchststand. Seitdem gab es einen Rückgang von bis zu 15 Prozent bis Ende 2023. Für 2025 sind moderate Zuwächse zwischen 1 und 4 Prozent prognostiziert. Besonders in Ballungsräumen, wie München und Berlin, beobachten Analysten steigende Preise, während ländliche Regionen günstigere Immobilien bieten.
- Im Januar 2025 stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 0,58 Prozent.
- Einfamilienhäuser wurden um 4,1 Prozent teurer.
- Der durchschnittliche Kaufpreis für Bestands-Einfamilienhäuser in Deutschland liegt bei 2.983 €/m².
- Für München werden Preise von 5.954 €/m² notiert, während in Dortmund nur 2.123 €/m² für Bestandsimmobilien gezahlt werden müssen.
Die Entwicklung der Bauzinsen hat in den letzten Jahren einen erheblichen Einfluss auf den Immobilienmarkt genommen. Nach einem starken Anstieg seit 2022 stabilisierten sich die Bauzinsen seit Mitte 2024 im Bereich zwischen 3,5 und 4,0 Prozent. Für Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung liegen die durchschnittlichen Zinsen aktuell bei 3,66 Prozent. Experten rechnen damit, dass die Bauzinsen im nächsten Jahr in Richtung vier Prozent steigen könnten.
Preisunterschiede und zukünftige Trends
Die Postbank hebt den erheblichen Preisunterschied zwischen energetisch sanierten und nicht sanierten Immobilien hervor, insbesondere in Frankfurt, wo dieser bis zu 1.577 Euro pro Quadratmeter betragen kann. Das Interesse an älteren Gebäuden steigt, und Analysten prognostizieren, dass sich der Preisabstand zwischen alten und neuen Häusern verringern könnte.
Die Diskussion um das Heizungsgesetz hat zu Unsicherheiten bei Verkäufern älterer Einfamilienhäuser geführt. Experten betonen, dass die Energieeffizienz zunehmend an Bedeutung gewinnt; unsanierte Objekte könnten an Wert verlieren. Postbank erwartet langfristig einen durchschnittlichen Anstieg der Kaufpreise für Eigentumswohnungen um 0,4 Prozent pro Jahr bis 2035.
Insgesamt zeigt die aktuelle Immobilienpreisentwicklung sowohl positive als auch negative Aspekte auf, wobei regionale Unterschiede und das Thema Energieeffizienz entscheidend für den zukünftigen Markterfolg sein könnten.



