Ein verheerender Drohnenangriff in der Region Kordofan hat am 16. Februar 2026 mindestens 28 Menschen das Leben gekostet. Der Markt, auf dem zur Zeit des Angriffs zahlreiche Zivilisten versammelt waren, wurde stark getroffen. Berichtet wird von der Menschenrechtsorganisation „Emergency Lawyers“, die jedoch anmerkt, dass die genaue Zahl der Toten und Verletzten noch unklar ist. Dieser Angriff ist der jüngste in einer Reihe von Gewalttaten im Rahmen des Bürgerkriegs, der den Sudan seit April 2023 erfasst. Seitdem kam es zu brutalen Kämpfen zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF).

Laut den Angaben der UN wurden durch den anhaltenden Konflikt mindestens 40.000 Menschen getötet, während über 14 Millionen Menschen auf der Flucht sind.

Massaker und Fluchtbewegungen

Eine kürzlich eingegangene Berichterstattung beschreibt ein Massaker der RSF-Miliz, bei dem über 200 Menschen getötet wurden, darunter auch Frauen und Kinder. Im Dorf Um Garfa, das sich in Nord-Kordofan befindet und von den RSF kontrolliert wird, starben mindestens 46 Zivilisten. Die Angriffe, die am Wochenende stattfanden, hinterließen viele Dörfer in Trümmern. Immer mehr Menschen flüchten aus den betroffenen Gebieten, und die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzt, dass mehr als 3.000 Personen aufgrund der Kämpfe aus mehreren Dörfern geflohen sind.

Die Erschütterungen des Bürgerkriegs sind besonders in der Region Darfur spürbar, wo die RSF kürzlich die Stadt Al-Faschir eroberten. Diese paramilitärischen Kräfte sind als Nachfolger der berüchtigten Dschandschawid bekannt, die in den frühen 2000er Jahren Hunderttausende von Menschen in Darfur töteten. Der Konflikt zwischen der sudanesischen Armee unter General Abdel Fattah al-Burhan und den RSF, angeführt von Mohammed Hamdan Daglo, begann am 15. April 2023, als die Kämpfe in Khartum ausbrachen.

Zukunft des Sudan ungewiss

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation mit großer Besorgnis, da die humanitäre Lage sich weiter verschärft. Laut verschiedenen Berichten leben Millionen von Menschen in ständiger Angst vor weiteren Angriffen und sind auf Hilfe angewiesen. Die EU spricht von bis zu 15 Millionen Vertriebenen. Kriegsverbrechen werden beiden Konfliktparteien vorgeworfen. Dabei sind die RSF und die sudanesische Armee in der Vergangenheit in zahlreiche Gräueltaten verwickelt gewesen, was die Menschenrechtslage im Land zusätzlich belastet.

Im aktuellen Konflikt kontrolliert die sudanesische Armee weite Teile des Landes, während die RSF im Westen und in Darfur dominieren. Trotz der anhaltenden Kämpfe haben die militärischen Auseinandersetzungen nicht zu einem klaren Ende geführt, und die Aussicht auf Frieden bleibt fraglich.