IBM hat kürzlich eine überraschende Ankündigung gemacht: Trotz massiver Entlassungen im Technologiesektor plant das Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen. Diese Entscheidung kommt, nachdem im vergangenen Jahr in den USA rund 250.000 Arbeitsplätze im Rahmen von Kostensenkungen weggefallen sind, wie xtb.com berichtet. Rund um die aktuelle Krisensituation hat IBM auch einen umfassenden Personalabriss gemacht und seit 2019 einen Rückgang der Mitarbeiterzahlen von über 10 % verzeichnet. Dies führt zu einer aktuellen Belegschaft von etwa 290.000 Mitarbeitern, was den Druck auf das Unternehmen erhöht, seine Strategien zu überdenken und neu auszurichten.
Die geplanten Neueinstellungen sollen sich über alle Bereiche erstrecken, auch in Positionen, die traditionell als durch Künstliche Intelligenz ersetzbar gelten. Nickle LaMoureux, Chief Human Resources Officer (CHRO) von IBM, erklärte, dass die betroffenen Rollen weiterhin bestehen bleiben und betonte die Notwendigkeit einer strategischen Neuausrichtung, die auf denhybriden Modellen basiert, die KI und menschliche Expertise kombinieren.
Rekordquartal und Anpassungen
Während IBM mit der Herausforderung von Massenentlassungen konfrontiert ist, meldet das Unternehmen ein starkes Ergebnis für das dritte Quartal 2025. Die Umsätze stiegen um 9 % auf 16,33 Milliarden Dollar, und der Gewinn je Aktie von 2,65 Dollar übertraf die Erwartungen, was boerse-express.com berichtet. Besonders auffällig ist das Wachstum im KI-Bereich, wo ein Umsatz von 9,5 Milliarden Dollar erzielt wurde. Dieses Wachstum hat IBM dazu veranlasst, die Jahresprognose anzuheben, mit dem erwarteten freien Cashflow von 14 Milliarden Dollar.
Im November 2025 kündigte IBM an, bis zu 5.400 Stellen abzubauen, was einen „niedrigen einstelligen Prozentsatz“ der globalen Belegschaft darstellt. Diese Entscheidung erfolgt als Teil einer strategischen Neuausrichtung, um sich auf hochprofitable KI- und Cloud-Software zu konzentrieren und den Rückgang des margenarmen Servicegeschäfts zu kompensieren. CEO Arvind Krishna hat seit 2020 umfassende Transformationen geleitet und enorme Investitionen in KI, Quantencomputing und Cloud-Dienste getätigt.
Die Zukunft der Arbeit und KI
Eine kürzlich durchgeführte Studie des IBM Institute for Business Value bringt zusätzliche Perspektiven in die Diskussion ein. Der Aufstieg von generativer KI schafft neue Herausforderungen für Unternehmen und deren Mitarbeiter. Laut der Studie müssen 40 % der Belegschaft in den nächsten drei Jahren neu qualifiziert werden, was 1,4 Milliarden Menschen weltweit betrifft. 77 % der Führungskräfte berichten von spürbaren Auswirkungen auf Einstiegspositionen, was insbesondere für Berufsanfänger entscheidend ist.
Trotz der zunehmenden Automatisierung durch KI, glauben 87 % der Führungskräfte, dass Mitarbeiter durch Künstliche Intelligenz ergänzt werden sollen, nicht ersetzt. Dies zeigt, wie wichtig die menschliche Komponente in einem zunehmend technologisierten Arbeitsumfeld bleibt. Unternehmen sollten daher nicht nur in Technologien investieren, sondern auch in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, um die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern.
Die IT-Branche steht somit vor einem Wendepunkt, der eine enge Zusammenarbeit zwischen Menschen und Maschinen erfordert. IBM plant, seine Personalstrategie entsprechend anzupassen, um den Anforderungen einer sich schnell verändernden Arbeitswelt gerecht zu werden.