IMCD hat seine Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht, die sowohl Fortschritte als auch Rückschläge zeigen. Der Konzern konnte einen Umsatz von 4.779 Millionen EUR erzielen, was einem Anstieg von 5 % auf konstanter Währungsbasis im Vergleich zu 2024 entspricht. Trotz dieser positiven Umsatzentwicklung meldete das Unternehmen jedoch einen operativen EBITA-Rückgang um 6 % auf 498 Millionen EUR und einen Nettogewinnrückgang von 22 % auf 217 Millionen EUR. Diese Ergebnisse sind Ausdruck der herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen, die von geopolitischen Unsicherheiten, Inflationsdruck und ungünstigen Wechselkursentwicklungen geprägt sind, wie Farbe und Lack berichtet.
Der Umsatzanstieg kann teilweise durch organisches Wachstum von 1 % und sieben Übernahmen in den Jahren 2024 und 2025, die 4 % zum Umsatzwachstum beitrugen, erklärt werden. Negative Wechselkursentwicklungen haben das Wachstum jedoch um 3 % gedämpft. Besonders im EMEA-Raum verzeichnete IMCD ein Umsatzwachstum von 4 % auf 2.078 Millionen EUR, während das operative EBITA dort um 5 % auf 230 Millionen EUR zurückging. In der Region Amerika gab es einen Umsatzrückgang von 1 %, und auch die Region Asien-Pazifik sah einen Rückgang von 2 %.
Übernahmen und strategische Ausrichtung
Die Übernahmen, einschließlich Ferrer Alimentación und TECOM aus Spanien sowie YCAM aus Südkorea und Daoqin aus China, haben IMCD Zugang zu neuen Märkten und Produktsegmenten wie Coatings, Lebensmittel und Kosmetik verschafft. CEO Marcus Jordan erkannte die Herausforderungen des Jahres 2025 an, wies jedoch darauf hin, dass die Diversifikations- und Übernahmestrategie des Unternehmens dabei hilft, negative Effekte abzufedern. IMCD plant, die Geschäftsbeziehungen zu stärken, das Produktportfolio auszubauen und die digitale sowie logistische Infrastruktur besser zu nutzen.
Im dritten Quartal 2025 berichtete IMCD von einem operativen Gewinnrückgang von 11 % und einer Schrumpfung des organischen Geschäfts um 10 %. Diese Entwicklung führt dazu, dass die Umsatzsteigerungen nicht in der Lage sind, den Gewinnrückgang zu kompensieren. Das Unternehmen hat bereits sechs Übernahmen für 2025 abgeschlossen und plant zwei weitere. Die Verschuldung stieg auf 1,51 Milliarden Euro, während die Leverage-Ratio auf 2,6 kletterte, wie Ad-Hoc News berichtet.
Aktienperformance und Ausblick
Die IMCD-Aktie hat seit Jahresbeginn 42 % an Wert verloren und notiert deutlich unter allen wichtigen Durchschnittslinien. Analysten bemerken, dass der Relative Strength Index (RSI) überverkaufte Konditionen anzeigt. CEO Jordan deutete an, dass im ersten Quartal 2026 eine Normalisierung im Pharmageschäft bevorsteht und kündigte an, dass weitere Übernahmen in Planung sind. Die nächsten Quartalszahlen werden am 30. April 2026 veröffentlicht.
Die allgemeine Marktlage für Fusionen und Übernahmen (M&A) in der DACH-Region steht 2025 unter Druck durch hohe Zinsen, vorsichtige Kreditvergabe und geopolitische Unsicherheiten. Erkenntnisse von Sehner Unternehmensberatung zeigen, dass im M&A-Markt 3.420 Transaktionen gezählt wurden, wobei 41,7 % durch Private Equity Anleger und 58,3 % durch strategische Käufer durchgeführt wurden. Käufer agieren zurückhaltender, während Verkäufer realistische Bewertungen und flexible Strukturen finden müssen, um erfolgreich zu sein.