Der Bundesverband für Immobilienverrentung (BVIV) hat kürzlich die vorläufige Marktstatistik für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Daten, die auf Transaktionen der BVIV-Mitgliedsunternehmen basieren, zeigen sowohl ein hohes Interesse an Immobilienverrentungsmodellen als auch einen spürbaren Rückgang bei den abgeschlossenen Verträgen. Im gesamten Jahr 2025 wurden von den Mitgliedsunternehmen fast 20.000 Anfragen von Immobilieneigentümern registriert, wobei der Immobilienteilverkauf als das am stärksten nachgefragte Modell hervorsticht.
Für den Immobilienteilverkauf wurden jedoch nur 705 Abschlüsse verzeichnet, was einen Rückgang von rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Entwicklung wird als Folge strengerer Ankaufskriterien bei Banken sowie dem zeitweisen Aussetzen eines bedeutenden Anbieters angesehen. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Nachfrage von Seniorinnen und Senioren nach Alternativen zum Gesamtverkauf oder klassischen Krediten strukturell erhalten. „Der Rückgang der Abschlüsse spiegelt kein Nachfrageproblem wider, sondern ist Ausdruck eines veränderten Marktumfelds“, so der BVIV-Vorstand.
Marktinformationen und Entwicklungen
Der durchschnittliche Marktwert der teilverkauften Immobilien betrug rund 500.000 Euro, wobei Verkäufer im Schnitt 40 Prozent ihrer Immobilie abgaben. Das angekaufte Marktvolumen im Teilverkauf innerhalb der BVIV-Mitglieder lag bei über 140 Millionen Euro. Der BVIV vertritt zudem 85 Prozent der Transaktionen der institutionellen Anbieter im Gesamtmarkt, was die Relevanz dieser Daten unterstreicht.
Zusätzlich gewinnt das Erbbaurecht an Bedeutung: 2025 wurden in diesem Segment knapp 30 Ankäufe mit einem durchschnittlichen Marktwert von etwa 350.000 Euro registriert. Das Transaktionsvolumen im Erbbaurechtsmodell belief sich auf rund zehn Millionen Euro. Im Segment der Leibrente gab es bis Ende 2025 insgesamt 13 Transaktionen, die sich mit einem durchschnittlichen Marktwert von etwa 420.000 Euro stabil hielten.
Ausblick und Herausforderungen
Der BVIV-Vorstand, der bis Ende 2027 bestätigt wurde, betont seine Bemühungen um Standardisierung und Transparenz von Produktinformationen und plant die Erweiterung von Weiterbildungsangeboten. Ein weiteres wichtiges Element in dieser Branche ist ein kürzlich veröffentlichtes rechtswissenschaftliches Gutachten zur verbraucherrechtlichen Einordnung des Immobilien-Teilverkaufs. Diese Entwicklungen sind Teil einer größeren gesellschaftlichen Transformation, die insbesondere in einer alternden Gesellschaft mit hoher Immobilienquote von Bedeutung ist.
Wie cash-online.de und asscompact.de berichten, bleibt der Immobilien-Teilverkauf trotz der rückläufigen Abschlüsse ein zentrales Thema im Bereich der Immobilienverrentung. Die Herausforderungen auf Seiten der Finanzierung und der Anbieter könnten dabei langfristige Auswirkungen auf den Markt haben, während das grundlegende Interesse seitens der Immobilieneigentümer weiterhin besteht.



