Der vierte Weltgipfel zur künstlichen Intelligenz (KI) findet derzeit in Delhi, Indien, statt. Dieses bedeutende Ereignis versammelt über 500 führende Persönlichkeiten aus der globalen KI-Szene, darunter Spitzenmanager:innen, Wissenschaftler:innen und Politiker:innen, um über die Rolle von KI zur Lösung drängender Probleme in Bereichen wie Medizin, Landwirtschaft und Verwaltung zu diskutieren. Indiens Premierminister Narendra Modi betont dabei, dass KI erschwinglich, sicher und inklusiv gestaltet werden soll. taz.de berichtet.
Die Bedeutung dieses Gipfels wird durch die Anwesenheit internationaler Gäste wie Emmanuel Macron und Luiz Inácio Lula da Silva unterstrichen, während Vertreter der USA und Chinas fehlen. UN-Generalsekretär António Guterres hebt die Chancen und Risiken der KI hervor und betont, dass diese Technologie allen zugutekommen muss. Der indische IT-Minister Ashwini Vaishnaw stellt die „New Delhi Frontier AI Impact Commitments“ vor, die sich auf inklusive und verantwortungsvolle Ansätze der KI-Entwicklung konzentrieren. Internationale und indische Unternehmen sind eingeladen, an diesen Selbstverpflichtungen teilzunehmen.
Zusammenarbeit und Innovation
Im Rahmen des Gipfels haben Deutschland und Indien einen „KI-Pakt“ zur Zusammenarbeit in verschiedenen Sektoren vereinbart, der die gemeinsamen Anstrengungen zur Entwicklung und Implementierung von KI-Technologien fördern soll. Während Indien einen positiven Umgang mit KI betont, gibt es in Deutschland eine stärkere Fokussierung auf die damit verbundenen Risiken. Die indische Regierung verfolgt einen Ansatz der Selbstregulierung und sektoral spezifischen Leitlinien anstelle eines umfassenden KI-Gesetzes, was für Unterschiede in der nationalen Strategie spricht. Tagesschau berichtet.
In einem bemerkenswerten Schritt hat das indische Start-up Sarvam AI ein großes Sprachmodell namens „105B“ in Regionalsprachen vorgestellt, welches die Sprachbarriere senken und den Zugang zu KI-Technologie erleichtern könnte. Außerdem wird das Wachstum des indischen KI-Marktes in den kommenden Jahren prognostiziert. Die Regierung hat die „IndiaAI Mission“ ins Leben gerufen, die mit 1,2 Milliarden US-Dollar für generative KI ausgestattet ist. Tech-Konzerne und indische Unternehmen planen zudem großflächige Investitionen in Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur.
Ethische Fragestellungen und globale Verantwortung
Gleichzeitig wird auf dem Gipfel die Diskussion über ethische Fragen im Zusammenhang mit KI intensiviert. Laut der UNESCO ist eine nationale Beantwortung dieser Fragen nicht ausreichend, da KI-Systeme weltweit eingesetzt werden und die ethischen Standards unterschiedlich sind. Es besteht die Gefahr, dass ärmere Staaten von technologischen Entwicklungen ausgeschlossen werden, was die „digitalen Gräben“ zwischen Ländern vertieft und Fragen der globalen Gerechtigkeit aufwirft. Die UNESCO fordert eine massive Ausweitung der internationalen Zusammenarbeit in der KI und betont die Notwendigkeit, die Teilhabe von Menschen aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu fördern.
Zusammenfassend zeigt der KI-Gipfel in Indien die Bestrebungen des Landes, sich als führende Nation im Bereich der künstlichen Intelligenz zu positionieren. Während es Fortschritte und Initiativen gibt, stehen ethische Herausforderungen und die Notwendigkeit einer breiten internationalen Kooperation zur Förderung einer gerechten KI-Entwicklung im Vordergrund.