In Neu-Delhi hat der indische Premierminister Narendra Modi den India AI Impact Summit 2026 eröffnet. Der Gipfel, an dem über 20 Staats- und Regierungschefs sowie prominente Tech-CEOs teilnehmen, zielt darauf ab, die globale Debatte über Künstliche Intelligenz (KI) in den Globalen Süden zu verlagern. Teilnehmer sind unter anderem Google-Chef Sundar Pichai und OpenAI-Chef Sam Altman. Die indische Regierung möchte Indien als Mitgestalter globaler KI-Governance präsentieren und nicht nur als bloßen Akteur in der Technologiewelle auftreten. Deutschlandfunk berichtet, dass der Gipfel fünf Tage dauert und über 840 Teilnehmer und 500 Sessions bietet, die reale KI-Lösungen präsentieren.
Im Rahmen des Gipfels kündigte die indische Regierung an, dass sie bis 2047 ausländischen Unternehmen keine Steuern auf Rechenzentren für Cloud-Dienste auferlegen wird. Dies zieht Firmen wie Google an, die bereits eine Investition von 15 Milliarden Dollar in ein KI-Rechenzentrum in Andhra Pradesh planen. Der indische Adani-Konzern strebt zudem an, das Land mit einer Gesamtinvestition von 150 Milliarden Dollar in die KI-Technologie an die Spitze zu bringen. Diese Initiativen sind Teil eines umfassenderen Plans, die KI-Infrastruktur Indiens auszubauen und den digitalen Markt zu stärken.
Indiens Vision für KI-Governance
Der Gipfel beleuchtet das Thema „Sovereign AI“, was bedeutet, dass Indien eigene Standards und Modelle entwickeln möchte, um sich weniger von westlich-zentrierten KI-Ansätzen abhängig zu machen. Die IndiaAI Mission sieht Investitionen von über 10.372 Crore Rupien (ca. 1,2 Milliarden Euro) vor, um zwölf eigene KI-Modelle zu entwickeln. Modi betont, dass Technologie dem Wohle der Menschheit dienen muss. Im Zusammenhang mit dieser Vision lädt Indien zur Datenspeicherung im Land ein und präsentiert sein Digital Public Infrastructure (DPI)-Modell als Beispiel für kostengünstige Lösungen für Entwicklungsländer.BornCity berichtet, dass der Dialog über die Rolle von Schwellenländern und ihre Herausforderungen in der KI ein zentrales Thema des Gipfels sein wird.
Über 70 Prozent der Beamten in vielen Ländern nutzen Künstliche Intelligenz, jedoch berichten nur 18 Prozent davon, dass die Anwendung effektiv ist. Dies verdeutlicht die Herausforderungen im öffentlichen Sektor, der oft hinter der Nutzung von KI zurückbleibt. Während Australien Governance-Rahmenwerke für den verantwortungsvollen Einsatz von KI testet, und Deutschland sowie Kanada an einer engeren Zusammenarbeit zur Förderung sicherer Recheninfrastruktur arbeiten, wird auch der Zugang zu KI-Technologie für Entwicklungsländer diskutiert, um die bestehende „KI-Kluft“ zu überwinden. Ad-Hoc News hebt hervor, dass die gesellschaftlichen Folgen der KI und die Notwendigkeit für pragmatische „Small AI“-Lösungen, die lokale Probleme adressieren, thematisiert werden. Diese Lösungen könnten insbesondere in Bereichen wie Gesundheit, Landwirtschaft und Bildung von Bedeutung sein.
Die weltweiten Investitionen von Tech-Riesen in KI steigen rasant. Der globale KI-Markt wird für 2026 auf etwa 376 Milliarden Euro geschätzt und könnte bis 2034 auf fast 2,5 Billionen Euro anwachsen. Diese Zahl verdeutlicht die immer größer werdende Relevanz der KI-Technologie, nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Regierungen, die sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen müssen. Die nächsten Jahre gelten als entscheidend, um die disruptiven Effekte auf die Arbeitsmärkte zu managen und den wirtschaftlichen Gewinn fair zu verteilen.