Die Brüder Schlau GmbH & Co. KG, der Mutterkonzern der bekannten Hammer-Fachmärkte, befindet sich in einem Insolvenzverfahren. Dies wurde Anfang September 2025 bekannt gegeben. In diesem Zusammenhang sind mehrere seiner Tochterunternehmen wie die HAMMER System Management GmbH und die HAMMER Fachmärkte für Heim-Ausstattung GmbH & Co. KG Nord betroffen. Die Firma sieht sich mit einer Masseunzulänglichkeit konfrontiert, da die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um alle entstehenden Kosten zu decken.
Der zuständige Sachwalter, Rechtsanwalt Prof. Dr. Dirk Andres von der Kanzlei AndresPartner, betreut alle drei Insolvenzverfahren, die beim Amtsgericht in Bielefeld anhängig sind. Zu den Aktenzeichen gehören unter anderem 43 IN 558/25 für die Brüder Schlau GmbH & Co. KG und 43 IN 570/25 für die HAMMER System Management GmbH.
Schwere Zeiten für die „Hammer“-Marken
Die Probleme der Hammer Raumstylisten GmbH, die erst kürzlich gegründet wurde, verstärken die Unsicherheit. Auch dieses Unternehmen hat finanzielle Schwierigkeiten und befindet sich im vorläufigen Insolvenzverfahren. Hier fungiert Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Kanzlei Runkel Rechtsanwälte PartG mbH als vorläufiger Insolvenzverwalter. Ob die Hammer Raumstylisten GmbH fortbestehen kann, ist nach wie vor unklar.
Wie die Verbraucherzentrale Niedersachsen berichtet, müssen zahlreiche Filialen bundesweit schließen, was die Zukunft der Hammer-Baumärkte gefährdet. Momentan ist ungewiss, ob ein funktionsfähiger Geschäftsbetrieb erhalten werden kann. Parkplatzsituation und mangelnde Firmenfahrzeuge an der Zentrale in Porta Westfalica deuten auf die prekäre Lage des Unternehmens hin WDR.
Verkauf und Gläubigerversammlungen
Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit Immobilien im Wert von rund 50 Millionen Euro verkauft, um liquide zu bleiben. Dennoch konnte kein Käufer für die gesamte Schlau-Gruppe gefunden werden. In einer Reihe von Gläubigerversammlungen, die vor dem Amtsgericht stattfanden, wurde über Verkaufspläne abgestimmt. Von den einst rund 170 „Hammer“-Filialen bleiben zurzeit 93 geöffnet, was 1.200 Arbeitsplätze sichert. Einige Filialen wurden an Mitbewerber verkauft und die vorrätigen Waren auf die verbleibenden Geschäfte verteilt.
Es besteht Einigkeit unter den Gläubigern in Bezug auf die Verkäufe, die bei den Versammlungen keine Einwände hervorgerufen haben. Allerdings äußerten Mitarbeitende der Großhandels-Sparte, dass die Insolvenz überraschend und abrupt für sie kam. Der Betriebsrat bemüht sich, einen Sozialplan zur finanziellen Unterstützung der Beschäftigten auszuhandeln, da einige Mitarbeitende plötzlich ohne Lohn dastanden.
Die Situation zeigt, wie stark wirtschaftliche Turbulenzen auf Unternehmen wirken können, insbesondere nachdem die Geschäfte während der Corona-Zeit boomten, aber anschließend einen signifikanten Rückgang der Umsätze verzeichnen mussten. Der Markt wird weiterhin aufmerksam beobachten, wie der Verlauf der Insolvenz und die bevorstehenden Gläubigerversammlungen den Geschäftsfortbestand der Hammer-Fachmärkte beeinflussen werden Verbraucherzentrale Niedersachsen.
Aktuelle Informationen über Insolvenzen und deren Auswirkungen finden sich auch auf der Seite des Statistischen Bundesamtes.