Am 15. Februar 2026 fand in München eine bedeutende Sicherheitskonferenz statt, auf der internationale sicherheitspolitische Herausforderungen diskutiert wurden. Die Experten unterstrichen die neue sicherheitspolitische Realität, die insbesondere den Norden Deutschlands betrifft, wo Drohnenüberflüge und Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen wie Energieunternehmen zunehmen. Diese hybriden Bedrohungen stellen nicht nur eine Gefahr für die nationale Sicherheit dar, sondern auch für die wirtschaftliche Stabilität der betroffenen Regionen. Die IHK Nord appellierte an die Bundesregierung, dringend in die sicherheitsrelevante Infrastruktur zu investieren, um den Schutz von Häfen und Energieversorgung zu gewährleisten. Laut Tageblatt ist Norddeutschland als sicherheitspolitisches Rückgrat Deutschlands und Europas anzusehen, weshalb der Schutz wichtiger Infrastrukturen von zentraler Bedeutung ist.
Der Vorsitzende der IHK Nord, André Grobien, forderte klare Zuständigkeiten, schnelle Genehmigungen und eine verlässliche Finanzierung durch den Bund. Er warnte vor fehlenden Investitionen in diese essenziellen Bereiche, da unzureichende Mittel die Gesamtverteidigung gefährden könnten. Besonders der Ausbau und die Modernisierung von Verkehrswegen, die militärischen Anforderungen gerecht werden, standen hierbei im Fokus. Zudem wurde betont, dass die norddeutsche Wirtschaft stark in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie verwurzelt ist und eine breite Zulieferbasis besitzt, die für den Sicherheitssektor von unschätzbarem Wert ist.
Hybride Bedrohungen und nationale Sicherheitsstrategie
In einem weiteren Schritt zur Bekämpfung dieser Bedrohungen trat am 5. November 2025 der Nationale Sicherheitsrat unter der Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz zusammen. Der Rat hat einen ressortübergreifenden Aktionsplan zur Abwehr hybrider Bedrohungen, insbesondere durch Russland, beschlossen. Dieser Aktionsplan sieht Maßnahmen in den Bereichen Spionageabwehr sowie den Schutz kritischer Infrastrukturen wie Kraftwerke oder Gas- und Ölpipelines vor. Die Details des Plans sind bisher nicht veröffentlicht worden, da der Rat in der Regel geheim tagt, was Tagesschau berichtet.
In der sicherheitspolitischen Agenda der Bundesregierung für 2026 wird auch die Notwendigkeit hervorgehoben, europäische Vorgaben zur Cybersicherheit zeitnah umzusetzen. Cybersicherheit wurde als zentraler Faktor für die staatliche Handlungsfähigkeit angesehen, insbesondere in einem Kontext, in dem Deutschland neuen hybriden Bedrohungen wie Stromausfällen und Drohnenflügen über militärisch sensiblen Anlagen gegenübersteht. Die Fortschreibung der nationalen Cybersicherheitsstrategie bleibt jedoch aus und damit auch der Handlungsbedarf für eine klare Zuständigkeit in der Cybersicherheit.
Der Weg zur Stärkung der Cybersicherheit
Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, wird ein Cyberabwehrstärkungsgesetz erwogen, das den Sicherheitsbehörden zusätzliche Befugnisse geben soll. Gleichzeitig sind die Zuständigkeiten zwischen Bundeswehr, Polizei und Nachrichtendiensten oft unklar, was schnelle Reaktionen auf Bedrohungen erschwert. Laut dem Wirtschaftsrat müssen zudem notwendige Reformen auf europäischer Ebene vorangetrieben werden, um eine starke europäische Cybersicherheitsarchitektur aufzubauen.
Der Wirtschaftsrat fordert für das Jahr 2026 einen strategischen Neustart in der Cybersicherheits- und Resilienzpolitik, um die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft gegen zunehmend komplexe Bedrohungen zu wappnen. Maßnahmen wie die Verabschiedung eines nachgeschärften Kritis-Dachgesetzes und eine klare Verteilung von Zuständigkeiten sind nötig, um die nationale Sicherheit und die Resilienz der kritischen Infrastrukturen zu garantieren. Der Handlungsbedarf ist dringlich, und die Zusammenführung nationaler Maßnahmen mit europäischen Vorgaben könnte einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung darstellen.