Am 11. Februar 2026 wurde ein bedeutender Schritt zur Förderung der deutschen Filmindustrie angekündigt. Die Bundesregierung hat sich auf eine gesetzliche Investitionspflicht für Streamingdienste und Sender verständigt. Diese neue Regelung verpflichtet Plattformen wie Netflix, Amazon Prime und Disney+, acht Prozent ihres jährlichen Nettoumsatzes in hiesige und europäische Produktionen zu investieren. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die wirtschaftliche Basis der Filmindustrie zu stärken und die kulturelle Vielfalt zu fördern, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet.

Eine Delegation des Kulturausschusses im Bundestag reiste kürzlich in die USA, um Gespräche mit Vertretern der führenden Streaming-Dienste zu führen. Dabei wurde deutlich, dass der Grünen-Kulturpolitiker Sven Lehmann bessere Rahmenbedingungen für Investitionen vorschlägt, statt die Industrie mit einer Pflicht zu belasten. Seiner Meinung nach sollten die Produktionsbedingungen durch steuerliche Anreize attraktiver gestaltet werden. Diese Forderung spiegelt eine weit verbreitete Meinung wider: andere europäische Länder sind in diesem Bereich oftmals weiter fortgeschritten und könnten als Vorbilder dienen.

Wirtschaftliche Bedeutung der Filmindustrie

Die deutsche Filmindustrie ist weit mehr als nur ein Unterhaltungssektor. Über 120.000 Menschen sind in der Branche beschäftigt, und sie erwirtschaftet jährlich rund zehn Milliarden Euro Umsatz. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Investitionen in die Filmindustrie nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern auch einen signifikanten wirtschaftlichen Nutzen für die gesamte Gesellschaft haben. Laut Deutschlandfunk müssen solche Investitionen sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene gefördert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Die Bundesregierung plant zudem, die Mittel für die wirtschaftliche Filmförderung auf 250 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen. Dies soll den Produktionsfirmen ermöglichen, sich besser auf die neuen gesetzlichen Vorgaben einzustellen. Wer freiwillig mehr als 12 Prozent seines Umsatzes investiert, kann von diesen Vorgaben abweichen und individuelle Vereinbarungen treffen. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer betonte, dass diese Kombination aus gesetzlichen Mindestinvestitionen und freiwilligen Selbstverpflichtungen wirtschaftliche Spielräume schaffen könne, um die Branche zu unterstützen, wie Tagesschau berichtet.

Reaktionen und Ausblick

Die geplante Gesetzesinitiative stößt auf unterschiedliche Reaktionen. Während die Produktionsallianz den Kompromiss und die Freigabe von 120 Millionen Euro Fördermitteln begrüßt, lehnt der Verband Privater Medien Vaunet die Investitionsverpflichtung als „überholt und unverhältnismäßig“ ab. Finanzminister Lars Klingbeil hat die Einigung als Möglichkeit bezeichnet, Planungssicherheit für Investitionen in nationale Produktionen zu schaffen und den Wert des deutschen Films zu unterstreichen.

Die Verwirklichung dieser Maßnahmen steht jedoch noch aus und erfordert die Zustimmung des Bundestages. Die Diskussion über die richtige Balance zwischen Kulturalität, Wirtschaftlichkeit und Marktbedingungen wird somit weiterhin zentral für die Zukunft der deutschen Filmindustrie bleiben.