Im Jahr 2025 haben Industrieunternehmen in Deutschland 124.100 Stellen abgebaut, was einem Rückgang von 2,3 Prozent in der Beschäftigtenzahl in der Industrie entspricht. Diese alarmierenden Zahlen wurden von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) veröffentlicht und spiegeln die herausfordernden Bedingungen wider, mit denen die Branche konfrontiert ist. Besonders stark betroffen ist die Automobilindustrie, die allein im Jahr 2025 50.000 Arbeitsplätze verloren hat, was 6,5 Prozent der Beschäftigten in diesem Sektor ausmacht. Im Vorjahr waren bereits 56.000 Stellen abgebaut worden, was auf einen länger andauernden Trend hindeutet. Insgesamt sind seit Beginn der Coronapandemie etwa 266.500 Stellen in der Industrie weggefallen, was etwa fünf Prozent der Stellen entspricht.
Die Automobilindustrie hat seit 2019 bemerkenswerte 111.000 Stellen abgebaut, was einem Rückgang von 13 Prozent entspricht. Auch andere Sektoren wie die textile und metallverarbeitende Industrie kämpfen mit hohen Verlusten. Hingegen verzeichneten die Chemie- und Pharmaindustrie sowie die Elektroindustrie seit 2019 einen Anstieg der Mitarbeiterzahlen um zwei bis drei Prozent. Der Rückgang der Beschäftigung wird primär auf den sinkenden Umsatz in den Industriebranchen zurückgeführt. So sank der Umsatz der Industrie im Jahr 2025 um 1,1 Prozent, nachdem er im Vorjahr bereits um 3,5 Prozent gefallen war.
Strukturelle Auswirkungen und regionale Folgen
Die strukturellen Auswirkungen des Stellenabbaus sind besonders in Regionen spürbar, die stark von der Automobilindustrie abhängen, da dort Arbeitsplätze und Steuereinnahmen wegfallen. Rückgänge im Inlandsgeschäft sind ebenfalls auf unzureichende Investitionen zurückzuführen. Diese wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben auch Auswirkungen auf die Insolvenzquote in Deutschland: Zwischen Januar und November 2025 stieg die Zahl der Insolvenzen um 11 Prozent, was über 1.400 Insolvenzen bedeutet und den höchsten Stand seit 2013 darstellt.
Die Krisensituation in der Automobilbranche wird durch einen Rückgang der Exporte in wichtige Märkte wie China und die USA sowie durch die langsame Umstellung auf Elektromobilität verschärft. EY prognostiziert, dass der Stellenabbau in der Industrie auch im Jahr 2026 fortgesetzt wird, insbesondere in der Automobilindustrie.
Weitere Rückgänge in großen Sektoren
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigen den besorgniserregenden Trend: Im Verarbeitenden Gewerbe gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 120.300 Beschäftigten oder 2,2 Prozent. Insbesondere die Automobilindustrie verzeichnete einen Rückgang um 48.700 Beschäftigte, was 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Beschäftigtenzahl in diesem Sektor fiel auf 721.400, den tiefsten Stand seit Ende des zweiten Quartals 2011.
Auch die Zulieferer der Automobilindustrie sind stark betroffen, wobei die Herstellung von Kraftwagen und -motoren einen Rückgang von 3,8 Prozent auf 446.800 Beschäftigte verzeichnet. Die tiefgreifenden Umstrukturierungen machen deutlich, dass die Herausforderungen, die die Industrie zu bewältigen hat, vielschichtig sind und durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Lediglich die Nahrungsmittelindustrie zeigte einen Anstieg der Beschäftigten, mit einem Zuwachs von 8.800 oder 1,8 Prozent auf 510.500 Beschäftigte.
Insgesamt bleibt die Situation angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter entwickeln werden, während sich die Industrie bemüht, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.
Weitere Informationen zu diesen Entwicklungen finden Sie bei der Manager Magazin sowie auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes.