In der Schweiz kämpft das Skigebiet Leysin-Les Mosses-La Lécherette um eine entscheidende Investition von 20 Millionen Franken. Ziel dieser Investition ist die Installation von 175 Schneekanonen, um auch in Zeiten von Schneemangel stabile Wintersportverhältnisse zu gewährleisten. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der damit einhergehenden Herausforderungen ist diese Maßnahme für die Region von großer Bedeutung.
Die geplante Schneebeschneiung soll durch ein 20 Kilometer langes Leitungssystem, das Wasser vom Hongrin-Stausee leitet, unterstützt werden. Allerdings gibt es bereits Widerstand: Über 500 Einsprachen von Bürgern wurden gegen das Projekt eingereicht. Kritiker bemängeln den hohen Wasser- und Stromverbrauch, der während der Skisaison bis zu 250.000 Kubikmeter Wasser und Millionen Kilowattstunden Strom betragen könnte. Der Verein „Non aux canons à neige“ warnt zudem vor den Risiken einer solchen Investition in Zeiten der globalen Erwärmung.
Wirtschaftliche Überlebensnotwendigkeit
Maxime Cottet, der Direktor der Bergbahnen, betont die Unverzichtbarkeit von Kunstschnee für das wirtschaftliche Überleben der Region. Der Wintersport generiert 80% des Umsatzes der Bergbahnen. In guten Wintern besuchen bis zu 300.000 Wintersportler die Region, doch in schlechten Jahren kann es zu weniger als 30 Betriebstagen kommen. Laut dem Skiliftverband wird ein jährliches Investitionsvolumen von 350 Millionen Franken benötigt, um die Skigebiete in der Schweiz an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen.
Diese Problematik betrifft nicht nur die Schweiz. Auch in den bayerischen Alpen wird zunehmend Kunstschnee eingesetzt. Aktuelle Berichte zeigen, dass während der Skisaison oft nur die Hälfte der Pisten geöffnet ist, weil der natürliche Schnee fehlt. Im Skigebiet Kranzberg nahe Mittenwald mussten sogar alle Pisten geschlossen werden, was zu einer Insolvenz eines regionalen Familienbetriebs führte. Dies belegt die Dringlichkeit der Herausforderung, vor der viele Skigebiete stehen.
Klimawandel und seine Folgen
Der Klimawandel hat nicht nur Auswirkungen auf die Schneemenge, sondern auch auf die durchschnittliche Schneehöhe. Im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020 hat sich die Schneehöhe in der Saison 2024/25 nahezu halbiert. Dies führt zu einer steigenden Schneefallgrenze und einem erhöhten Risiko für Lawinen, was die Sicherheit der Skifahrer gefährdet. Gleichzeitig setzen viele Ferienregionen auf einen nachhaltigen ganzjährigen Tourismus, da sich der klassische Skibetrieb in niederen Lagen kaum noch rentiert.
Experten und Fachleute, wie der Jürgen Schmude von der Ludwig-Maximilians-Universität, machen deutlich, dass technische Lösungen alleine nicht ausreichen, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Beschneiungsanlagen sind ein zentraler Punkt der Modernisierung in den Alpen, mit einer steigenden Anzahl von Skigebieten, die beschneit werden können: Über 76% der deutschen und 92% der österreichischen Skigebiete setzen auf diese Technologie, um ihre Kapazitäten zu bewahren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen rund um die Investitionen in Schneekanonen in der Schweiz und die Herausforderungen des Klimawandels die Zukunft der Skigebiete maßgeblich beeinflussen werden. Die Betreiber hoffen weiterhin auf bessere Schneeverhältnisse in dieser Saison.