Die aktuelle Geschäftslage beim Luxusgüterkonzern Kering, der unter anderem die Marke Gucci besitzt, zeigt ein gemischtes Bild. Die Aktie von Kering erlebte trotz eines Rückgangs im Umsatz im vierten Quartal einen deutlichen Anstieg. Dies ist vor allem auf optimistische Quartalszahlen zurückzuführen, die die Erwartungen vieler Anleger übertreffen konnten. Laut Tagesschau war dies eine positive Wendung für das Unternehmen, dessen Aktien am Freitag auf den tiefsten Stand seit September gefallen waren.

Im vierten Quartal sank der Umsatz währungsbereinigt um 3 % auf 3,9 Milliarden Euro. Besonders die Erlöse von Gucci, die um 10 % zurückgingen, zeigen, dass die Marke in den letzten zehn Quartalen rückläufige Erlöse verzeichnet hat. Allerdings waren die Rückgänge geringer als zunächst von Analysten befürchtet, was die Stimmung am Markt positiv beeinflusste. Der neue CEO, Luca de Meo, der zuvor bei Renault tätig war, kündigte an, das Unternehmen auf Wachstumskurs zu bringen und die Profitabilität zu steigern.

Strategische Neuausrichtung und Herausforderungen

De Meo plante, die Kosten weiter zu senken und hat bereits 75 Boutiquen geschlossen. Besonderen Fokus will er auf die Marke Gucci legen, die 50 % des Umsatzes und 66 % des Gewinns von Kering ausmacht. Zudem wird der neue Kreativdirektor Demna Gwassalia erwartet, um Gucci eine frische kreative Ausrichtung zu geben. Die ersten Produkte dieser Zusammenarbeit sollen im zweiten Quartal 2026 erhältlich sein.

Die operative Marge von Kering fiel im Jahr 2025 auf 11 %, während Konkurrent LVMH im gleichen Zeitraum eine Marge von 22 % erzielte. Dies zeugt von den Herausforderungen, vor denen Kering steht, während Analysten von RBC eine leichte Verbesserung der Situation in der kommenden Zukunft sehen. Finanzchefin Armelle Poulou äußerte, dass gegen Ende des Jahres leichte Verbesserungen bei Gucci in fast allen Regionen erwartet werden.

Marktprognosen und Wettbewerbsumfeld

Die allgemeine Lage im Luxusgütermarkt bietet ebenfalls interessante Einblicke. Laut Fortune Business Insights wurde der globale Luxusgütermarkt 2022 auf 272,74 Milliarden USD geschätzt. Die Prognosen deuten darauf hin, dass dieser Markt bis 2030 auf 392,40 Milliarden USD anwachsen wird, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 4,7 %. Besonders die Nachfrage nach High-End-Mode und exklusiven Markenerlebnissen treibt das Marktwachstum voran.

Im Jahr 2025 wird Kleidung voraussichtlich den größten Marktanteil halten, unterstützt von modischen Trends und der Nachfrage sowohl von Männern als auch von Frauen. Online-Vertriebskanäle gewinnen zunehmend an Bedeutung, und auch Nachhaltigkeitstrends beeinflussen die Kaufentscheidungen der Verbraucher. Diese Faktoren könnten Kering in der langfristigen Perspektive helfen, sich besser im Wettbewerbsumfeld zu positionieren.

Die aktuelle Marktlage bleibt turbulent, doch die von de Meo angekündigten Maßnahmen könnten einen Wendepunkt für Kering darstellen. Die Kering-Aktie hat seit seiner Ernennung im Juni signifikante Zuwächse verzeichnet, was auf das Vertrauen der Investoren in die zukünftige Entwicklung des Unternehmens hinweist. Ob dies ausreicht, um die Herausforderungen der Vergangenheit hinter sich zu lassen, bleibt jedoch abzuwarten.