Viele ältere Autofahrer sehen sich aktuell mit Beitragserhöhungen oder gar Kündigungen ihrer Kfz-Versicherung konfrontiert. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch statistische Auswertungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), Marktanalysen von Verivox sowie Stellungnahmen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) dokumentiert. Besonders betrifft dies Fahrer ab 65 Jahren, für die viele Kfz-Versicherer Alterszuschläge verlangen. Die Erhöhung kann drastisch sein: Ein 75-Jähriger zahlt beispielsweise bis zu 74% mehr als ein 55-Jähriger, während ein 85-Jähriger sogar bis zu 139% mehr zahlen muss, selbst wenn er unfallfrei fährt.
Die Versicherer rechtfertigen diese Zuschläge mit dem erhöhten Unfall- und Schadenrisiko, das insbesondere bei älteren Fahrern statistisch nachgewiesen wurde. So zeigen Unfallstatistiken, dass Fahrer zwischen 55 und 65 Jahren häufiger die Hauptschuld bei Unfällen tragen. Dies wird besonders deutlich, wenn man den Anteil der Hauptverursacher betrachtet: Bei Fahrern über 75 Jahren liegt dieser bei 76,7%, während er bei den 45-55-Jährigen bei 49,8% und bei Fahranfängern (18-21 Jahre) bei etwa 66% liegt.
Sonderkündigungsrecht und Familientrick
Die zunehmenden Kosten für Kfz-Versicherungen sind besonders für Senioren ein bedeutendes Thema. Die Versicherer haben das Recht, Verträge ordentlich zu kündigen, in der Regel mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Versicherungsjahres. Zudem haben Versicherte bei Beitragserhöhungen ein Kündigungsrecht, welches formfrei ausgeübt werden kann. Diese Regelungen sind rechtlich zulässig, wie die BaFin-Untersuchung aus 2020 bestätigte.
Ein oft genutzter „Familientrick“ zur Kostenreduktion besteht darin, das Fahrzeug auf ein Familienmitglied umzumelden. Dies kann in einigen Fällen bis zu 54% an Beiträgen einsparen, allerdings ist zu beachten, dass die Übertragung der Schadenfreiheitsklasse nur zwischen bestimmten Verwandten möglich ist. Eine falsche Umsetzung dieses Tricks kann hingegen zu höheren Kosten führen.
Statistische Grundlagen und Rabatte
Trotz der genannten Herausforderungen könnte man als älterer Fahrer annehmen, dass sich die Versicherungsbeiträge aufgrund der Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) reduzieren. Die SF-Klasse reflektiert die Fahrerfahrung und belohnt unfallfreies Fahren mit Rabatten. Mit jedem unfallfrei gefahrenen Jahr steigt die SF-Klasse, sodass der Beitrag theoretisch sinkt. Allerdings nimmt das Alter einen entscheidenden Einfluss auf die Beitragsgestaltung. Ältere Fahrer, insbesondere über 80-jährigen, verursachen im Durchschnitt rund 50 Prozent höhere Kosten als der durchschnittliche Fahrer, was zur Einführung der Alterszuschläge durch viele Versicherer führt.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Kfz-Versicherung für Rentner zunehmend teurer wird. Die Versicherer handeln dabei rechtmäßig und orientieren sich an statistischen Risiken. Um Kosten zu senken, empfiehlt es sich, Anbieter zu wechseln, eine Sonderkündigung in Betracht zu ziehen oder den Familientrick sorgfältig zu berechnen. Weitere Informationen zu diesem Thema sind bei Rentenbescheid24 und Finanztip zu finden.