Die Kfz-Versicherungsbeiträge in Deutschland erreichen 2025 ein Rekordniveau. Laut einer aktuellen Umfrage von Verivox mussten rund 60 % der Autofahrer im vergangenen Jahr höhere Beiträge bezahlen. Besonders auffällig ist, dass 22,3 % der Kunden von „versteckten“ Preiserhöhungen betroffen waren.

Diese Preiserhöhungen haben direkte Auswirkungen auf die Autofahrer, da sie unweigerlich an die Kunden weitergegeben werden. Über 22 % der unfallfreien Fahrer konnten nicht von ihrer Schadenfreiheitsklasse profitieren, weil die Grundpreise angehoben wurden. Zudem haben Vollkaskotarife eine Erhöhungsquote von 65 % und sind die teuersten auf dem Markt. Besonders bei E-Autos zahlen Fahrer oft deutlich mehr: Rund die Hälfte der Vollkaskotarife für Elektrofahrzeuge übersteigt die Tarife vergleichbarer Verbrenner um bis zu 44 %.

Steigende Kosten für Ersatzteile und Reparaturen

Ein zusätzlicher Grund für die Erhöhung der Kfz-Versicherungsbeiträge sind die steigenden Kosten für Ersatzteile und Reparaturen. Der GDV berichtet, dass die Preise für Kfz-Ersatzteile wie Scheinwerfer, Stoßfänger und Windschutzscheiben zwischen August 2024 und August 2025 im Schnitt um knapp sechs Prozent gestiegen sind. Besondere Teuerungen betrafen Vordertüren und Motorhauben, die um rund acht Prozent teurer wurden. Insgesamt haben sich die Ersatzteilpreise seit 2015 um mehr als 80 % erhöht, während der Verbraucherpreisindex nur um etwa 30 % gestiegen ist.

Ein zentraler Kostentreiber ist der Designschutz, der den Herstellern eine monopolartige Stellung auf viele Karosserieteile verleiht. Das bedeutet, dass Autofahrer und Werkstätten gezwungen sind, viele Ersatzteile direkt vom Autohersteller zu kaufen. Kofferraumklappen und hintere Seitenwände sind heute etwa doppelt so teuer wie vor zehn Jahren, was die Reparaturkosten weiter in die Höhe treibt.

Auswirkungen auf die Versicherungsbranche

Die steigenden Kosten führen zu höheren Reparaturkosten bei Unfällen. Der durchschnittliche Sachschaden in der Kfz-Haftpflichtversicherung betrug im letzten Jahr rund 4.250 Euro und ist damit um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In den letzten zwei Jahren hat die Versicherungsbranche technische Verluste von fast fünf Milliarden Euro verzeichnet, was viele Versicherer dazu veranlasst hat, ihre Beiträge anzupassen.

Die Versicherungswirtschaft sieht zwar eine Rückkehr in die versicherungstechnische Gewinnzone für 2025, doch bleibt der Preisdruck aufgrund der anhaltend hohen Kosten bestehen. Trotz der Hoffnung auf eine langsame Erholung rechnen Experten mit weiterhin hohen Belastungen für die Autofahrer und die Versicherer. Die geplante Gesetzesänderung zur Reform des Designschutzes könnte zwar langfristig Verbesserungen bringen, die bestehenden Rechte der Autohersteller bleiben jedoch bis 2045 gültig.