Die Wechselsaison für Kraftfahrzeugversicherungen ist in vollem Gange und Autofahrer stehen vor entscheidenden Entscheidungen. Bis spätestens zum 30. November müssen Versicherungsnehmer kündigen, um ab dem 1. Januar bei einem neuen Anbieter einzusteigen. Aktuelle Studien zeigen, dass Kfz-Versicherungen teurer sind als je zuvor, mit einem durchschnittlichen Anstieg der Prämien um 7% im Vergleich zum Vorjahr. Besonders in den letzten Jahren stiegen die Preise im günstigsten Preissegment sogar um 14% und 26%. Diese Entwicklung ruft zur Überprüfung bestehender Verträge auf, denn etwa ein 45-jähriger Golf-Fahrer aus Berlin könnte zwischen verschiedenen Preissegmenten bis zu 52% sparen, wie br.de berichtet.

Hinter den Preiserhöhungen stehen stark gestiegene Reparaturkosten, die weiterhin um 7-8% ansteigen. Dies ist dreimal so hoch wie die allgemeine Inflationsrate. Branchenvertreter wie der GDV, Huk Coburg und Allianz führen diese Kostensteigerungen als Hauptgrund für die Anhebung der Prämien an. Diese Lage lässt den Wettbewerbsdruck in der Branche steigen, wodurch der Raum für Preissteigerungen eingeschränkt ist.

Optionen zur Einsparung

Der Bund der Versicherten (BdV) warnt allerdings vor einem übereilten Wechsel und hebt die Wichtigkeit der Versicherungsleistungen hervor. Es ist ratsam, die eigenen Vertragsangaben jährlich zu überprüfen, um mögliche Einsparungen zu identifizieren. Durch Anpassungen des Kilometerstandes, einer Einschränkung des Fahrerkreises oder einem Wechsel von Vollkasko zu Teilkasko können Autofahrer finanzielle Vorteile erlangen.

Günstigere Angebote sind zudem erhältlich, wenn niederlassungsgebundene Werkstätten akzeptiert werden. Auch die Art der Zahlungsweise kann Einfluss auf die Prämie haben – eine jährliche Prämienzahlung ist oft günstiger als viertel- oder halbjährliche Zahlungen. Weitere Möglichkeiten zur Kostenreduktion ergeben sich durch eine Erhöhung der Selbstbeteiligung, während einige Anbieter auch Telematik-Tarife anbieten, die das individuelle Fahrverhalten in die Beitragsermittlung einbeziehen.

Marktentwicklungen 2025

Trotz der derzeitigen Preisanstiege wird der Kostendruck in der Kfz-Versicherung auch im Jahr 2025 bestehen bleiben. Eine hohe Rabattierung durch große Versicherer gilt als unwahrscheinlich. Zwar könnten kleinere oder neuere Marktteilnehmer eine aggressive Preispolitik verfolgen, allerdings sollte Vorsicht vor diesen Sonderaktionen geboten sein. Oft führt der Preiskampf zu Frustration bei den Kunden, da neue Versicherungsunternehmen nicht immer langfristig tragfähige Preise anbieten können, wie demv.de anmerkt.

Im Bereich der Kfz-Versicherungen ist die Kfz-Haftpflichtversicherung die größte Sparte in der Schaden- und Unfallversicherung in Deutschland. Laut Statista gab es im Jahr 2023 insgesamt 94 Unternehmen im Bereich der Kfz-Haftpflichtversicherungen. Allianz ist der größte Anbieter mit einem Marktanteil von rund 10% an insgesamt 70,4 Millionen Kfz-Haftpflichtverträgen.

Die durchschnittliche Jahresprämie in der Kfz-Haftpflicht beträgt etwa 256 Euro, wobei das Spektrum bei den Kaskoversicherungen einer breiten Varianz unterliegt. Die Prämien für Teilkasko liegen bei etwa 82 Euro und für Vollkasko bei rund 333 Euro. Autofahrer sind gut beraten, sich regelmäßig über den besten Versicherungsschutz und die günstigsten Angebote zu informieren und ihre Optionen sorgfältig abzuwägen.