Der Klimawandel ist auch in Siegburg deutlich spürbar. Auswirkungen wie trockene Grünflächen, aufgeheizte Straßen und überflutete Keller nach Starkregen sind immer häufiger zu beobachten. Umweltberater Benedikt Römer organisiert daher einen Spaziergang, um die Veränderungen der Umgebung sichtbar zu machen und den Einwohnern mögliche Reaktionsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ziel des Spaziergangs, der etwa eine Stunde dauern wird, ist es, alltagstaugliche Ideen zur Begrünung, Klimaanpassung und nachhaltigem Konsum zu präsentieren. Dabei werden sowohl kleine Maßnahmen als auch größere Ansätze vorgestellt, um die Bevölkerung zu ermutigen, aktiv zu werden. Dieser klimatische Wandel geschieht im Kontext einer umfassenden Energiewende, die zahlreiche Fragen rund um Heizungstausch, Wärmedämmung und Photovoltaik aufwirft, die Eigentümer und Mieter beschäftigen.
Am selben Tag findet zudem ein Stadtputztag um 10 Uhr am gleichen Treffpunkt statt, der um 11:30 Uhr endet. Diese Initiative zeigt das Engagement der Stadt für eine saubere und nachhaltige Umwelt.
Klimaneutrale Wärmeversorgung als Ziel
Die Stadtwerke Siegburg übernehmen im Auftrag der Stadt die Verantwortung für die kommunale Wärmeplanung, die ein zentrales Element der deutschen Klimastrategie darstellt. Die Grundlage dieser Planung bildet das „Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze“, welches am 20. Dezember 2023 beschlossen wurde und bis zum Jahr 2045 eine klimaneutrale Wärmeversorgung in Siegburg zum Ziel hat. Die Stadtwerke planen, die Ergebnisse der Wärmeplanung bereits zwei Jahre vor der Frist, also bis Ende Juni 2028, vorzulegen.
Wichtige Aspekte dieser Planung umfassen die Nutzung erneuerbarer Energien wie Geothermie, Umweltwärme und Solarthermie sowie die Reduzierung des Endenergieverbrauchs. Der Einsatz von Wärmepumpen zur Nutzung von Umweltwärme aus Erdreich, Grundwasser und Luft soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Geplante umfassende Sanierungsmaßnahmen in den nächsten 20 Jahren sollen die nachhaltige Wärmeversorgung in Siegburg unterstützen. Am Ende der Planungen steht ein konkreter Vorschlag zur Wärmeversorgung in verschiedenen Stadtteilen, wobei die geplante KWP rechtlich unverbindlich ist und als Fachplanung vorgesehen wird.
Bedeutung der kommunalen Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung wird von dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) als essentiell für die Dekarbonisierung des Wärmesektors angesehen. 98 Prozent der Kommunen mit mehr als 45.000 Einwohnern haben begonnen diese Planung zu entwickeln oder sie bereits abgeschlossen. Im Rahmen der Planung werden regionale Unterschiede in der Energieversorgung berücksichtigt, um maßgeschneiderte Lösungen für städtische und ländliche Gebiete zu finden.
Die erneuerbaren Energien stehen im Fokus der Wärmeversorgung, wobei eine gründliche Bestandsanalyse und Potenzialanalyse entscheidend sind, um den Wärmebedarf und die verfügbaren Energieträger zu ermitteln. Dieser Prozess schließt auch die Identifizierung und Nutzung unvermeidlicher Abwärme ein, was die Effizienz der Wärmeversorgung weiter erhöhen kann. Die Veröffentlichung des Wärmeplans erfolgt mit der Verpflichtung, diesen alle fünf Jahre zu aktualisieren, und es ist notwendig, eine leistungsfähige Netzinfrastruktur auszubauen, um die gesteckten Ziele zu erreichen.