Das Kreiskrankenhaus Agatharied hat im Jahr 2024 sein Defizit erfolgreich um zwei Millionen Euro verringert, sodass das Gesamtdefizit auf rund 6,5 Millionen Euro gesenkt werden konnte. Diese Maßnahme erfolgte im Rahmen eines Programms zur strategischen Neuausrichtung, das sich auf Leistungssteigerungen im Akutbereich sowie aus Wahlleistungen konzentrierte. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Liquiditätslage des Krankenhauses angespannt, und es ist weiterhin auf den Landkreis Miesbach angewiesen, um die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern.

Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein Jahresfehlbetrag von fast sechs Millionen Euro prognostiziert. Es wird jedoch von der Unternehmensleitung erwartet, dass ab 2029 ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden kann. In der Zeitspanne von 2025 bis 2032 plant der Landkreis Miesbach insgesamt rund 37,8 Millionen Euro an das Krankenhaus auszuzahlen. Bereits im Januar 2025 erhielt das Kommunalunternehmen einen Verlustausgleich in Höhe von 11 Millionen Euro.

Herausforderungen für die Zukunft

Das Krankenhaus hat in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Herausforderungen zu kämpfen gehabt. So stieg das Defizit von 12,5 Millionen Euro im Jahr 2021 über knapp 10 Millionen Euro in 2022 auf etwa 6,5 Millionen Euro in 2023. Vorstand Benjamin Bartholdt erläuterte, dass Inflation, Teuerungen und ein Hackerangriff als Faktoren identifiziert wurden, die das Defizit im Jahr 2024 stagnieren ließen. Die Umsatzrendite liegt bei minus 6,1 Prozent und übersteigt den Median von minus 7,2 Prozent.

Die Finanzierungslücke, bedingt durch Inflation, belief sich zwischen 2022 und 2024 auf 6,78 Millionen Euro. Trotz dieser Schwierigkeiten bedankt sich das Krankenhaus bei seinen 1200 Mitarbeitern für die gute Arbeit, betont jedoch die chronische Unterbesetzung im Pflegebereich, wo jährlich 40 bis 60 neue Mitarbeiter eingestellt werden müssen. Das Krankenhaus beschäftigt Menschen aus über 70 Nationen und betreibt ein Integrationsmanagement, um den Personalmangel zu bekämpfen.

Langfristige Strategien und Krankenhausreform

Das Kreiskrankenhaus Agatharied hat zudem in eine Sanierung investiert, bei der neue Netzwerkkabel verlegt werden, was allerdings vorübergehende Einschränkungen mit sich bringt. Ein Teil der Finanzierung des Krankenhauses erfolgt durch das DRG-System (Diagnose-Related Groups), das die Vergütung für somatische Behandlungen regelt. Seit 2020 werden die Kosten des Pflegepersonals jedoch nicht mehr über Fallpauschalen vergütet, sondern über ein kostendeckendes Pflegebudget.

Die geplante Krankenhausreform könnte sich ebenfalls negativ auf die finanzielle Lage des Krankenhauses auswirken. Ein zentraler Bestandteil dieser Reform ist die Einführung einer Vorhaltevergütung, die sicherstellen soll, dass die bedarfsnotwendigen Krankenhäuser unabhängig von der Leistungserbringung angemessen finanziert werden.

Das Vertrauen im Kreistag scheint jedoch groß zu sein, dass das Krankenhaus nicht geschlossen wird und weiterhin als wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung im Landkreis Miesbach erhalten bleibt. Landrat Olaf von Löwis betont die notwendigen Bemühungen, um die Zukunft des Krankenhauses zu sichern, während zugleich Optimismus in Bezug auf die Entwicklung der finanziellen Situation herrscht.