In der Gemeinde Fehmarn ist die Situation auf dem Markt für Alttextilien angespannt. Am 13. Februar 2026 wurden an drei Standorten auf der Insel insgesamt fünf Altkleidercontainer aufgestellt: zwei am Burger Bahnhof, zwei in Petersdorf und einer auf dem Parkplatz an der Höhe des Alter Postwegs/Blieschendorfer Wegs. Diese Maßnahme wurde notwendig, da zuvor Container aufgrund eines Rückzugs von Anbietern vorübergehend entfernt wurden. Dies führte dazu, dass die Einwohner für die Entsorgung ihrer Kleidung weite Strecken nach Heiligenhafen oder Oldenburg fahren mussten – eine Hin- und Rückfahrt von mindestens 40 Kilometern.
Der Rückgang der Alttextilienabnahme ist jedoch nicht nur ein lokales Problem. Der europäische Markt hat sich seit 2023/24 verändert, was sich in gesunkenen Erlösen pro Tonne Bekleidung niederschlägt. Diese Veränderungen sind auf ein Überangebot, die steigende Menge minderwertiger Fast Fashion und eine schwache Nachfrage im Secondhand-Markt zurückzuführen. Katharina Mangelsen, Pressesprecherin des ZVO, beschreibt die logistischen Herausforderungen, die diese Entwicklung mit sich bringt: steigende Beistellungen, längere Entleerungsintervalle und ein Rückzug privater Anbieter erhöhen den Verwaltungsaufwand erheblich.
EU-Richtlinie wird umgesetzt
Die Schwierigkeiten auf dem Altkleidermarkt stehen auch im Kontext einer neuen EU-Richtlinie zur „Getrenntsammlungspflicht“. Diese besagt, dass Textilien nicht im Hausmüll entsorgt werden sollen, mit Ausnahme von verschmutzten oder unbrauchbaren Textilien. Der ZVO betreibt in Ostholstein, einschließlich Fehmarn, rund 50 Alttextilcontainer an etwa 30 Standorten. Nach der Insolvenz des Dienstleisters SOEX (IZ Circular Textiles GmbH) im Jahr 2025 kam es bereits zu unregelmäßigen Entleerungen der Container. Für die Sammlung und Verwertung von Alttextilien wurde jedoch seit dem 1. Januar 2026 die IZ Circular Textiles GmbH erneut beauftragt.
- Neue Containerstandorte sind nun mit bestehenden Glas- und Papiercontainern kombiniert, um die Entsorgung zu zentralisieren und Wege zu verkürzen.
- Bei vollen Containern wird darum gebeten, keine Säcke oder Kartons daneben zu stellen und stattdessen den nächstgelegenen Standort oder Recyclinghof zu nutzen.
Vorschriften zur Abfallreduktion
Die Veränderungen im Alttextilbereich stehen auch im Zusammenhang mit neuen Vorschriften der Europäischen Union, die darauf abzielen, textile und Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Die EU hat verbindliche Ziele ausgegeben, um bis zum 31. Dezember 2030 Lebensmittelabfälle um 10 % in der Lebensmittelverarbeitung und -herstellung sowie um 30 % pro Kopf in Einzelhandel, Gastronomie und Haushalten zu senken. Im Hinblick auf Textilien müssen Hersteller in der EU die Kosten für Sammlung, Sortierung und Recycling tragen, was in neuen Systemen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) resultiert.
Die neuen Vorschriften betreffen eine Vielzahl von Produkten, darunter Bekleidung, Schuhe und Bettwäsche, und gelten auch für den E-Commerce. Kreative Lösungen sind nach wie vor notwendig, um mit den Herausforderungen umzugehen, die durch Ultra-Fast-Fashion- und Fast-Fashion-Praktiken an der Tagesordnung sind.
Jährlich fallen in der EU fast 12,6 Millionen Tonnen Textilabfälle an, wovon 5,2 Millionen Tonnen aus Bekleidung und Schuhen stammen. Angesichts dessen muss das Bewusstsein für die Bedeutung der nachhaltigen Entsorgung von Textilien weiter geschärft werden, um den ökologischen Fußabdruck der Branche zu verringern und den Anforderungen der neuen Vorschriften gerecht zu werden. Die Veränderungen im Alttextilbereich auf Fehmarn sind daher Teil eines größeren Transitionsprozesses, der sowohl lokale als auch europäische Dimensionen hat, was sich sowohl auf die Lebensweise der Bürger als auch auf den Markt für Alttextilien auswirkt.
Für weitere Informationen über die Situation auf Fehmarn besuchen Sie Kreiszeitung und für Details zu den neuen EU-Vorschriften klicken Sie auf Europarl.