Die Tiroler Wirtschaftskammer, unter der Präsidentschaft von Barbara Thaler, befindet sich inmitten einer internen Krise, die durch eine Reihe von Personalentscheidungen und die Reaktionen darauf ausgelöst wurde. Diese turbulente Phase wird von einer Kontroversen über die Ablösungen langjähriger Bezirksobleute begleitet, die ohne klare Begründung vollzogen wurden. Der WK-Obmann für den Bezirk Kufstein, Manfred Hautz, bezeichnete den Prozess als „Reinigungsprozess nach nordkoreanischem Stil“, was die besorgniserregende Stimmung innerhalb der Kammer eindrucksvoll verdeutlicht. Laut meinbezirk.at liegt das fehlende Vertrauen in die Führung als Hauptgrund für die Veränderungen in der Bezirksstelle auf der Hand.
In einer Umfrage, die im April und Mai des Vorjahres von der Wirtschaftskammer durchgeführt wurde, fanden sich nur rund 1.000 Teilnehmer unter 35.000 Mitgliedsbetrieben, was als besorgniserregende Beteiligung wahrgenommen wird. Die Wahlbeteiligung bei der letzten Wahl in Tirol betrug lediglich 37,4 Prozent, was einen Rückgang von etwa 2 Prozent im Vergleich zur Wahl 2020 darstellt. Barbara Thaler plant, ein schlagkräftiges Team zu bilden, will aber auch einzelne Funktionen neu besetzen, um die Interessen der Tiroler Unternehmer besser zu vertreten.
Kritik am Vorgehen der Kammer
Die Freiheitliche Wirtschaft warnt vor parteiinternen Machtgerangel, das dem Wirtschaftsstandort Tirol schadet. Gabi Madersbacher von der Liste Fritz äußert Kritik an der mangelnden Vertretung der Tiroler Unternehmer durch ihre Kammer. Robert Greil, ein weiterer Vertreter der Liste Fritz, fordert Reformen und beschreibt die Kammer als bürokratisch und wenig serviceorientiert. Die internen Streitigkeiten im Wirtschaftsbund und der Tiroler Volkspartei haben das Ansehen der Kammer zusätzlich belastet.
Die recenten Änderungen haben eine negative mediale Resonanz ausgelöst. Kirchmair beschreibt den abrupte Schritt der Abberufungen als Vertrauensbruch und attestiert der Führungsspitze einen Mangel an respektvollem Umgang mit bewährten Strukturen. Er betont, dass Geschlossenheit und Stabilität in dieser kritischen Phase notwendig sind und dass ein konsequenter Dialog mit allen Beteiligten gefordert ist, um den entstandenen Schaden zu begrenzen.
Schlussfolgerung
Die gegenwärtigen Herausforderungen für die Wirtschaftskammer Tirol unter der Führung von Barbara Thaler erfordern ein Umdenken. Es gilt, interne Konflikte aus der Öffentlichkeit herauszuhalten und die Kommunikation zu verbessern, um das Vertrauensverhältnis zwischen den Mitgliedern und der Kammer wiederherzustellen. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob die Kammer die anstehenden Reformen erfolgreich umsetzen kann.