Die Finanzmärkte stehen derzeit unter dem Einfluss globaler Konfliktdynamiken und geopolitischer Spannungen, die insbesondere das Risiko-Asset Bitcoin belasten. Ein möglicher US-Angriff auf Iran sorgt für Nervosität und führt dazu, dass traditionelle Safe-Havens, wie Gold, an Wert gewinnen, während Bitcoin auf dem Weg zu seiner fünften Verlustwoche ist. In diesem volatilen Umfeld gab es jüngst eine Reihe politischer und rechtlicher Entwicklungen, die die Marktunsicherheiten zusätzlich verstärken. Dies berichtet Stock3.
Unter den aktuellen Herausforderungen sind auch juristische Auseinandersetzungen in den USA sowie politische Entscheidungen in Europa zu nennen. Beispielsweise fordern US-Senatoren eine Untersuchung eines 500-Millionen-USD-Deals einer Trump-nahen Krypto-Firma wegen nationaler Sicherheitsrisiken. Zudem blockiert der polnische Präsident erneut die Umsetzung des EU-Krypto-Regulierungsgesetzes MiCA, was die regulatorische Unsicherheit im Kryptomarkt weiter verstärkt. Binance, eine der führenden Krypto-Börsen, sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, sanktionsrelevante Transaktionen mit Iran durchgeführt zu haben, weist diese jedoch entschieden zurück.
Institutionelle Reaktionen und regulatorische Entwicklungen
Die CME Group kündigte an, 24/7-Handel für Bitcoin-Futures anzubieten, um Schwächen im Derivatemarkt zu beheben. Gleichzeitig plant BlackRock, einen neuen ETF in den USA einzuführen, der auf Ethereum-Staking setzt und potenzielle Renditen von etwa drei Prozent bieten soll. Diese Entwicklungen zeigen, dass trotz der Marktsituation institutionelle Investoren weiterhin an innovativen Finanzprodukten interessiert sind.
Parallel dazu wird die Regulierung von Kryptowerten in Europa durch die Verordnung über Märkte in Krypto-Assets (MiCA) vorangetrieben. Diese Regelung zielt auf eine risikogerechte Regulierung sowie erhöhten Anlegerschutz ab. Der Großteil der Verordnung wird ab Anfang 2025 in Kraft treten, wobei Bestimmungen zu vermögenswertreferenzierten Kryptowerten und E-Geld-Token (Stablecoins) voraussichtlich im Juli 2024 in Kraft treten. Anbieter von Kryptowerten werden verpflichtet sein, ein Whitepaper zu erstellen und dieses den zuständigen Aufsichtsbehörden vorzulegen, wie von BaFin erläutert.
Die Rolle der BaFin und der Bundesbank
In Deutschland unterliegen viele Geschäfte mit Kryptowerten bereits einer Erlaubnispflicht als Finanzdienstleistung. Die BaFin arbeitet eng mit der Bundesbank zusammen, um die Emittenten von Stablecoins und E-Geld-Token zu beaufsichtigen. Kryptowerte sind digitale Darstellungen von Werten oder Rechten, die mithilfe von Distributed-Ledger-Technologie (DLT) elektronisch übertragen oder gespeichert werden. Die durch MiCA initiierten regulatorischen Maßnahmen schaffen ein rechtssicheres Umfeld für Innovationen im DLT-Bereich und stellen sicher, dass Anbieter auch Mindestliquiditätsanforderungen erfüllen müssen.
Die jüngsten Skandale im Kryptobereich, wie der plötzliche Zusammenbruch der Handelsplattform FTX im Herbst 2022, haben die Risiken des Systems offengelegt und verdeutlichen die Wichtigkeit einer strengen Regulierung. Die Bundesbank erwartet, dass potenzielle Risiken des Kryptosystems auch durch die regulatorischen Rahmenbedingungen, die unter dem „regulate and contain“-Prinzip arbeiten, eingedämmt werden, um Ansteckungsrisiken im Finanzsystem vorzubeugen.
Die Regulierung von Kryptowerten entwickelt sich weiterhin rasant, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte unter diesen neuen Bedingungen aufstellen werden. Während Bitcoin und andere digitale Währungen weiterhin unter Druck stehen, wird die Nachfrage nach regulierten Krypto-Produkten nicht abreißen. Letztlich wird die Verabschiedung und Umsetzung gesetzlicher Rahmenbedingungen entscheidend sein, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.