Am 5. Februar 2026 hat das Landgericht Karlsruhe (Az. 13 O 19/25 KfH) entschieden, dass die Volksbank pur eG keine fehlerhaft berechneten Vergleichsangebote mehr unterbreiten darf. Dieses Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, schützt Verbraucher, die eine Neuberechnung der Verzinsung für ihre Sparverträge gefordert haben. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte bereits zuvor über 3000 Sparverträge überprüft, die auf einer seit 2004 als rechtswidrig eingestuften Zinsanpassungsklausel basieren.

In einem konkreten Fall hätte die Bank einer Kundin ein Vergleichsangebot unterbreitet, das auswies, dass ein Nachzahlungsanspruch von etwa 500 Euro besteht. Das Gericht beanstandete jedoch die Berechnung, da ein zu niedrig angesetzter Vertragszins von 2 % anstelle von 2,5 % verwendet wurde. Diese irreführende Information, die sich nicht im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) befand, könnte Verbraucher zu falschen Entscheidungen verleiten.

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Rechtskonformität der Zinsanpassung

Die Verbraucherzentrale betont, dass die Volksbank pur ihre Vergleichsangebote umgehend anpassen muss, um unzutreffende Tatsachen zu vermeiden. Der BGH hatte bereits im Juli 2024 (Az.: XI ZR 40/23) eine Klausel zur Vertragszinsanpassung für unzulässig erklärt. Die Verbraucherzentrale hat daher beantragt, unzutreffende Vergleichsangebote künftig zu unterlassen.

Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ruft betroffene Kunden dazu auf, ihre Zinsansprüche zu überprüfen. In dem Fall der betroffenen Kundin belief sich der Zinsanspruch auf rund 1000 Euro, was deutlich über dem falsch berechneten Nachzahlungsanspruch lag.

Risiken bei Kapitalanlagen

In einem weiteren Kontext wird auf die Notwendigkeit einer fundierten Rechtsberatung zu Kapitalanlagen hingewiesen. Rechtsberatung für bis zu 40 Minuten kostet rund 75 Euro, und Verbraucher können sich von Fachanwälten unterstützen lassen, um Ansprüche geltend zu machen. Oftmals waren Fonds und Beteiligungen, die als sichere Anlagen verkauft wurden, nicht ausreichend durch die Berater überprüft, was zu erheblichen Risiken führen kann, einschließlich eines Totalverlusts des Geldes.

Die Verbraucherzentrale bietet Hilfe an, um mögliche Chancen zu erkennen und Fehlentscheidungen zu vermeiden. Wichtige Fragen, die während solcher Beratungen geklärt werden sollten, umfassen die Ansprüche und deren Durchsetzbarkeit sowie die zu erwartenden Kosten eines Verfahrens.

Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die Bedeutung einer genauen Prüfung von Anlageangeboten und das Bewusstsein für mögliche rechtliche Schritte. Verbraucher sollten sich aktiv mit ihren Zinsansprüchen auseinandersetzen und gegebenenfalls Unterstützung anfordern.

Für detaillierte Informationen und Unterstützung stehen die Verbraucherzentralen zur Verfügung. Die Berater helfen dabei, die individuelle Vermögenslage zu klären und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Für weitere Informationen: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Verbraucherzentrale, Verbraucherzentrale Niedersachsen.