Am 12. Februar 2026 stehen die Haltbarkeitsdaten von Lebensmitteln im Mittelpunkt einer wichtigen Diskussion. In einem Interview mit Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin wird deutlich, dass das abgelaufene Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) nicht automatisch bedeutet, dass Lebensmittel verdorben sind. Vielmehr handelt es sich oft um ein weit verbreitetes Missverständnis, das zur weitreichenden Lebensmittelverschwendung beiträgt. Viele Produkte sind nach Ablauf des MHD noch genießbar, vorausgesetzt, sie wurden richtig gelagert und einer Sinnesprüfung unterzogen.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis wann ein Lebensmittel unter angemessenen Bedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält, und ist nicht gleichzusetzen mit einem Wegwerfdatum. Diese wichtigen Informationen stammen aus einer Studie, die von der Initiative „Zu gut für die Tonne!“ veröffentlicht wurde. Hierbei wird klargestellt, dass Verbraucher MHD und Verbrauchsdatum (VD) nicht verwechseln sollten, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Das VD, das auf leicht verderbliche Lebensmittel wie Hackfleisch angewendet wird, stellt nach Ablauf ein Gesundheitsrisiko dar. Im Gegensatz dazu können viele Produkte auch kurz nach Ablauffrist noch genießbar sein, wenn sie ordnungsgemäß transportiert und gelagert wurden.
Prüfung von Lebensmitteln
Praktische Tipps zur richtigen Prüfung von Lebensmitteln helfen den Verbrauchern, Geld zu sparen und Verschwendung zu vermeiden. So ist es empfehlenswert, vor dem Wegwerfen auf den Geruch, das Aussehen und den Geschmack der Produkte zu achten. Oft zeigt sich hier, dass viele Lebensmittel nach dem MHD noch einwandfrei sind.
Lebensmittelabfälle in Deutschland
Statistiken zeigen, dass 58% der Lebensmittelabfälle in Deutschland in privaten Haushalten anfallen. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, informiert die Verbraucherzentrale einige Ausnahmen von der MHD-Pflicht. Frisches Obst und Gemüse, Wein und ähnliche alkoholische Getränke, die einen Alkoholgehalt von 10% oder mehr haben, Backwaren, die innerhalb von 24 Stunden verzehrt werden, sowie Essig, Speisesalz und Zuckerwaren benötigen kein Datumslabel.
Individuen und Haushalte können viel tun, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln ist entscheidend, und in diesem Zusammenhang leistet die Initiative „Zu gut für die Tonne!“ wertvolle Beiträge. Sie bietet Tipps und Ressourcen an, um Verbraucher über die Prinzipien der Haltbarkeit aufzuklären und ihnen zu helfen, die Ansprüche der Lebensmittelindustrie besser zu verstehen.
Zusammenfassend ist es wichtig, sich der Unterschiede zwischen MHD und VD bewusst zu sein und die damit verbundenen Missverständnisse auszuräumen. So können Verbraucher aktiv zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung beitragen.
Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die Links zur Verbraucherzentrale (ARD Mediathek) und zur Initiative „Zu gut für die Tonne!“ (BMEL) besuchen.