Lebensmittelverschwendung hat weitreichende Folgen für die Umwelt, das Klima und die globale Ernährungssituation. Laut der Verbraucherzentrale hat jedes Lebensmittel einen „Lebenslauf“, der von der Erzeugung bis zum Verzehr reicht und bei jedem Schritt Treibhausgase erzeugt. Besonders kritisch ist die Situation bei tierischen Lebensmitteln, die trotz ihres geringen Anteils an den Lebensmittelabfällen in der EU, über 50% der Treibhausgasemissionen aus diesen Abfällen verursachen. Beispielsweise verursacht 1 kg Erdbeeren 300 bis 400 g CO₂-Äquivalente, während der CO₂-Ausstoß für Rindfleisch bis zu 14.100 g pro kg beträgt. In Deutschland landen jährlich fast 10 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, was rund 22 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen verursacht. [verbraucherzentrale.de] berichtet, dass die Bundesregierung sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren und die CO₂-Emissionen um etwa 6 Millionen Tonnen zu senken.

Die Dimension des Problems zeigt sich auch in der globalen Ernährungssituation: Theoretisch könnte die weltweite Lebensmittelproduktion 12 Milliarden Menschen ernähren, während aktuell über 783 Millionen Menschen an Hunger leiden und 3,1 Milliarden keinen Zugang zu gesunder Ernährung haben. Um die Situation zu verbessern, ist es erforderlich, die Produktions- und Konsummuster grundlegend zu verändern. [umweltbundesamt.de] führt aus, dass die UN mit der Agenda 2030 und dem Unterziel SDG 12.3 die Halbierung der Lebensmittelabfälle pro Kopf im Handel und auf Konsumentenebene bis 2030 anstrebt.

Ursachen und Maßnahmen zur Reduzierung

Die hohe Verschwendung von Lebensmitteln ist nicht nur ein ethisches und soziales Problem, sondern auch ein systemisches, das in vielen Bereichen der Lieferkette entsteht. Rund 19% der für Verbraucher verfügbaren Lebensmittel werden in der Gastronomie und im Einzelhandel verschwendet, während 13% nach der Ernte und vor dem Einzelhandel verloren gehen. Insgesamt landen etwa 1/3 aller produzierten Nahrungsmittel ungenutzt im Müll, was über 1,05 Milliarden Tonnen jährlich weltweit entspricht. Um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sind systemische Reformen notwendig, die auch die EU-Kommission im Rahmen des Green Deals und der „Farm to Fork-Strategie“ angeht.

In Deutschland wurde ein Aktionsplan zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen im Klimaschutzplan 2050 sowie in der „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ festgehalten. Auch die Abfallrahmenrichtlinie der EU fordert von den Mitgliedstaaten, Maßnahmen zur Abfallvermeidung in allen Sektoren zu implementieren. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) setzt dabei auf ein Dialogformat zwischen Bund, Ländern, Kommunen und weiteren Akteuren. Ziel bleibt die Halbierung der Lebensmittelausgaben bis 2030. [umweltbundesamt.de] betont, dass ein klarer Indikator zur Quantifizierung der Lebensmittelabfälle entwickelt werden soll, um Fortschritte messbar zu machen.

Nachhaltige Konsumgewohnheiten fördern

Zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen können Verbraucher selbst aktiv beitragen. Maßnahmen wie das Planen von Einkäufen, die richtige Lagerung von Lebensmitteln, das Überprüfen von Mindesthaltbarkeitsdaten sowie die Verwertung von Resten sind einfache Strategien, die helfen, Abfälle zu verringern. Durch bewusstes Konsumverhalten, vor allem beim Kauf von Fleisch- und Milchprodukten, können sowohl Umwelt als auch Geldbeutel geschont werden. [thuenen.de] berichtet außerdem, dass Umweltwirkungen, wie beispielsweise Landnutzung, Treibhausgasemissionen und kumulierte Energieaufwendungen, in die Bewertung von Lebensmitteln einfließen sollten, um nachhaltigere Entscheidungen treffen zu können.