Deutschland sieht sich aktuell bedeutenden Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung gegenüber. Laut den neuesten Berichten enthalten zahlreiche Kosmetikprodukte mehr Verpackungsmaterial als Inhalt, was nicht nur die Verbraucher enttäuscht, sondern auch die Umwelt belastet. Diese Problematik verschärft sich weiter durch die steigenden Preise für Rinderhackfleisch, die in Deutschland mittlerweile bei etwa 15 Euro pro Kilogramm liegen, während sie 2020 noch knapp 5 Euro betrugen. Die Preissteigerung ist auf die komplexe Lieferkette zurückzuführen, was bedeutet, dass weder Landwirte noch Schlachtereien von diesen höheren Preisen profitieren, wie ARD Mediathek berichtet.

Zusätzlich zu den Preisentwicklungen ist die Problematik der Lebensmittelabfälle in Deutschland alarmierend. Jährlich fallen etwa 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, was eine enorme Verschwendung darstellt. Dieser Wert wurde 2024 vom Umweltbundesamt an die EU-Kommission für das Jahr 2022 berichtet. Die Lebensmittelabfälle setzen sich aus vermeidbaren Abfällen wie Speiseresten und nicht verkauften Lebensmitteln zusammen, aber auch aus nicht essbaren Bestandteilen wie Schalen und Kaffeesatz. Im Hinblick auf die Verteilung der Lebensmittelabfälle nach Sektoren ist der größte Anteil – 58 Prozent – den privaten Haushalten zuzuordnen, gefolgt von der Außer-Haus-Verpflegung mit 18 Prozent. Diese Detailanalyse stammt von der Webseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Ursachen und Lösungsansätze

Das Problem der Lebensmittelabfälle ist nicht nur eine nationale, sondern auch eine globale Herausforderung. Laut dem Umweltbundesamt konsumiert die Weltbevölkerung mehr Ressourcen als die Ökosysteme bereitstellen können, was auf die Notwendigkeit grundlegender Veränderungen in Produktions- und Konsummustern hinweist. Im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die 2015 von den Vereinten Nationen gestartet wurde, gibt es das Ziel, die weltweiten Lebensmittelabfälle pro Kopf bis 2030 zu halbieren. In Deutschland verfolgt die Bundesregierung das Ziel der Reduzierung von Lebensmittelverschwendung, verankert im Klimaschutzplan 2050 und in der „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“. Die Umsetzung erfolgt unter anderem durch das Abfallvermeidungsprogramm des Bundes, das zielführende Ansätze zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen erfasst.

Besonders im Fokus stehen hierbei die Bereiche Primärproduktion, Verarbeitung, Handel und Außer-Haus-Verpflegung. Ein wesentlicher Bestandteil der Strategie ist der Dialog zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um effektive Maßnahmen zur Abfallvermeidung zu entwickeln. Die methodische Erfassung der Lebensmittelabfälle erfolgt gemäß der europäischen Abfallrahmenrichtlinie, die alle EU-Staaten zur jährlichen Erhebung ihrer Lebensmittelabfälle verpflichtet, was durch einen delegierten Rechtsakt der EU unterstützt wird.

Der Großteil der Lebensmittelverschwendung entfällt auf private Haushalte, wo durchschnittlich jeder Verbraucher in Deutschland etwa 74,5 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr entsorgt. Eine gründliche Erhebung der Lebensmittelabfälle, welche die Entwicklungen und Trends im Abfallaufkommen betrachtet, erfolgt alle vier Jahre, um den Fortschritt in der Reduktion besser nachvollziehen zu können. Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Produktions- und Lieferkette werden als notwendig erachtet, um das gesteckte Ziel zu erreichen, die Lebensmittelabfälle bis 2030 in allen Sektoren halben zu wollen, wie auch Umweltbundesamt berichtet.