In Münster sorgt die Grundschule Loevelingloh in Amelsbüren für Aufsehen, nicht nur durch ihre lebendige Schulgemeinschaft, sondern auch durch das ungenutzte Wohnhaus, das seit fünf Jahren neben der Schule steht. Der Leerstand dieses Hauses begann nach dem Auszug des vorherigen Hausmeisters und könnte bald ein Ende finden, obwohl die Verwaltung mitteilt, dass sich vorerst nichts ändern wird. Um die künftige Nutzung des Wohnhauses festzulegen, sind umfangreiche Sanierungen erforderlich, die jedoch noch nicht in Angriff genommen wurden. Dies berichtet die Westfälische Nachrichten hier.
Die Situation in Münster ist Teil eines größeren Problems, das in ganz Deutschland zu beobachten ist. In Ostdeutschland sind 530.000 Wohnungen unbewohnt, was 7,6 Prozent der Gesamtwohnungen entspricht, während in Westdeutschland durchschnittlich 4 Prozent der 1,35 Millionen Wohnungen leer stehen. Trotz des Flüchtlingsstroms aus den Jahren 2015 und 2016 konnte der Leerstand in den letzten Jahren nicht signifikant verringert werden, wie auf kommunal.de berichtet wird. Die Bundesregierung unter der Leitung von Bundesbauministerin Klara Geywitz hat eine Handlungsstrategie gegen diesen Leerstand vorgestellt, die verschiedene Förderprogramme zur Sanierung und Neubau von Wohngebäuden umfasst.
Ein lebendiges Schulleben trotz Herausforderungen
Während das Wohnhaus neben der Grundschule Loevelingloh ungenutzt bleibt, lebt die Schule selbst von einem aktiven und lebendigen Schulleben. Kürzlich sorgte der Besuch von Lady Karneval Anna-Lena I für eine fröhliche Stimmung unter den Schülern. An diesem Tag waren alle Anwesenden verkleidet, darunter Superhelden, Tiere, Prinzessinnen und sogar der Bundeskanzler. Die Schulgemeinschaft sang, tanzte und feierte ausgelassen, unterstützt von der Kollegin Conny Dahm, die mit ihrem „Gute-Laune-Song“ viele Kinder ins Foyer lockte. Für die Kinder gab es Buffets, Spiele und diverse Aktionen, was den Vormittag zu einem karnevalistischen Erlebnis voller Gemeinschaft machte, wie auf der Schul-Website gs-loevelingloh.de zu lesen ist.
Doch auch Veränderungen sind an der Schule zu verzeichnen. Veronika Hernandez Martinez, die Schulsozialarbeiterin, verabschiedet sich nach vier Jahren, in denen sie enge Bindungen zu den Kindern und Kolleginnen aufgebaut hat. Ihr Abschied erfolgt im Rahmen innerstädtischer Umverteilungsmaßnahmen. Sie hat die persönliche und soziale Entwicklung der Kinder tatkräftig unterstützt, was sie zu einer wichtigen Bezugsperson machte. Ihre letzte Pausendisco und der Adventsbasar, bei dem Einnahmen von 520 € an den Förderkreis der Schule und 880 € an das ambulante Kinder- und Jugendhospiz „Königskinder“ gespendet wurden, sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre und ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis.
Aussichten auf Verbesserungen
Während die Herausforderungen des Leerstands weiterhin bestehen, gibt es auch positive Entwicklungen in anderen Regionen Deutschlands. Der Landkreis Wunsiedel hat in den letzten Jahren zahlreiche Erfolge in der Bekämpfung des Leerstands erzielt, darunter die Schaffung von 10.000 neuen Arbeitsplätzen durch die Kampagne „Freiraum Fichtelgebirge“. Trotz eines Rückgangs der Bevölkerung von 100.000 auf 75.000 aufgrund von Abwanderung schafft die Region durch verschiedene Förderprogramme ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Die gezielten Maßnahmen zur Leerstandsaktivierung könnten auch dazu beitragen, das Wohnhaus in Münster in naher Zukunft wieder einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.