Mecklenburg-Vorpommern profitiert von einem bedeutenden Finanzpaket in Höhe von rund 1,93 Milliarden Euro, das aus einem schuldenfinanzierten Sondervermögen des Bundes bereitgestellt wird. Diese Mittel sollen bis zum Jahr 2035 in verschiedene Projekte und Regionen des Bundeslandes investiert werden. Insbesondere die Mecklenburgische Seenplatte wird dabei mit gut 127 Millionen Euro bedacht und erhält somit den größten Anteil.

Zusätzlich profitieren die Gemeinden im Landkreis direkt von der finanziellen Unterstützung in Form einer Einmalzahlung von 50.000 Euro. Insgesamt fließen hier 7,3 Millionen Euro in die kommunale Infrastruktur. Die anderen Landkreise und deren Mittel sind wie folgt aufgeschlüsselt:

Landkreis Mittel (in Millionen Euro)
Landkreis Ludwigslust-Parchim 110,4
Landkreis Vorpommern-Greifswald 108
Landkreis Rostock 107,6
Landkreis Vorpommern-Rügen 104,6
Landkreis Nordwestmecklenburg 79,5
Kreisfreie Stadt Rostock 83,1
Kreisfreie Stadt Schwerin 43,3

Die Verteilung der Gelder wurde in einer Bürgermeisterkonferenz in Güstrow besiegelt, wo alle Landkreise und kreisfreien Städte den sogenannten MV-Plan unterzeichnet haben. Dieser Plan sieht vor, bis 2035 insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro gezielt an Landkreise, Ämter und Gemeinden weiterzugeben. Der Begriff „Sondervermögen“, unter dem dieses Finanzierungsmodell läuft, wurde im Jahr 2025 zum „Unwort des Jahres“ erklärt, da er die Aufnahme von Schulden verschleiere.

Schuldenentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern

Historisch betrachtet startete Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 1990 schuldenfrei in die deutsche Einheit. Doch in der Folge wurden Kredite aufgenommen, um den hohen Investitionsbedarf nach der Wiedervereinigung zu decken. Bereits 1997 lagen die Pro-Kopf-Schulden des Landes über dem Niveau westdeutscher Flächenländer.

Seit Beginn der 2000er Jahre verfolgt die Landesregierung eine konsequente Konsolidierungspolitik. Im Jahr 2006 wurde zum ersten Mal seit langem keine neue Schulden aufgenommen, und 2007 begann man aktiv, die Schulden abzubauen. Bis Ende 2019 sank die Gesamtverschuldung um etwa 1,5 Milliarden Euro auf rund 9,4 Milliarden Euro. Dennoch wurde im Jahr 2020, angesichts der Corona-Pandemie, der „MV-Schutzfonds“ eingerichtet, was zu einer vorübergehenden Erhöhung der Schulden auf rund 12,2 Milliarden Euro führte.

Mecklenburg-Vorpommern plant, die pandemiebedingten Schulden bis spätestens 2044 vollständig zu tilgen. Bis Ende 2024 soll die Gesamtverschuldung bereits auf etwa 11,3 Milliarden Euro zurückgegangen sein, was einem Betrag von etwa 7.200 Euro pro Einwohner entspricht.

Diese Entwicklungen zeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern sich in einem spannenden Umbruch befindet, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Die bevorstehenden Investitionen könnten einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der regionalen Wirtschaft leisten, während die Schuldenpolitik langfristig stabilisiert werden soll.