Rund einen Monat nach einem schweren Messerangriff in einem Ulmer Einkaufszentrum, speziell im Media Markt, hat sich der Zustand des 25-jährigen Opfers verbessert. Laut der Staatsanwaltschaft ist der Gesundheitszustand des Mannes, der zunächst kritisch war, nicht mehr lebensbedrohlich. Bei dem Vorfall am 15. Januar 2026 wurde der 25-Jährige schwer verletzt, während zwei weitere Kollegen, ein 22-jähriger und eine 36-jährige Mitarbeiterin, leichtere Verletzungen erlitten. Der 22-Jährige konnte das Krankenhaus mittlerweile verlassen, während die 36-Jährige ambulant behandelt wurde. Die Hintergründe der Tat sind bisher unklar und die Ermittlungen dauern an, wie SWR berichtet.

Der mutmaßliche Täter, ein 29-jähriger Mann aus Eritrea, hatte am Tattag mit einem Messer auf die Angestellten des Media Markts losgegriffen. Der Mann befand sich zum Zeitpunkt der Tat auf der Flucht und wurde letztlich von der Polizei schwer verletzt gestoppt. Auch wenn der Haftantrag wegen versuchten Mordes von der Staatsanwaltschaft Ulm gestellt wurde, hat der mutmaßliche Täter von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht und ist momentan nicht vernehmungsfähig, wie Tagesschau berichtet.

Der Hintergrund des Täters

Der Eritreer war 2017 nach Deutschland gekommen und hatte in den vergangenen Jahren mehrfach wegen Körperverletzung und Angriff auf Vollstreckungsbeamte in Bayern eine Haftstrafe verbüßt. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Tübingen wurde 2024 eine Ausweisung des Mannes beantragt, jedoch ist eine Abschiebung nach Eritrea aufgrund fehlender Identitätsdokumente und der mangelnden Kooperation der eritreischen Regierung nicht möglich. 2023 wurde sein Flüchtlingsstatus widerrufen und seit 2024 ist er ausreisepflichtig. Nach seiner Haftentlassung im Dezember 2025 wurde eine Führungsaufsicht bis 2029 angeordnet.

Die Beunruhigung über Messerangriffe in Deutschland wächst, wie die Statistik von Statista zeigt. Zwischen 2022 und 2024 wurde ein Anstieg der polizeilich erfassten Messerangriffe verzeichnet. Diese Taten werfen Fragen auf zur inneren Sicherheit und den Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. Während die Politische Diskussion über mögliche Lösungen, wie die Schaffung von Zentren im Nicht-EU-Ausland für abgelehnte Asylbewerber, im Gange ist, bleibt der Vorfall in Ulm ein bedenkliches Beispiel für die Gefahren, die aus wiederholtem gewalttätigem Verhalten resultieren können.