Javier Milei ist seit Dezember 2023 Präsident Argentiniens und hat sich seither einen Ruf durch seine radikal antistaatlichen Botschaften erarbeitet. Bekannt wurde er besonders durch das Schwenken von Kettensägen während seines Wahlkampfs, was sein Engagement für einen drastischen Umbau des Staates symbolisieren sollte. Trotz seiner aggressiven Reformpolitik kursierten Sorgen über die möglichen negativen Auswirkungen seiner Maßnahmen auf die argentinische Gesellschaft und Wirtschaft, wie sueddeutsche.de berichtet.
Die ersten Monate seiner Regierungszeit sind von gemischten Nachrichten geprägt, sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht. Laut watson.ch verfolgt Milei eine sogenannte „Kettensägen-Reformpolitik“, die weitreichende Einschnitte in die Staatsstrukturen beinhaltet. Über die Hälfte der Bundesämter wurden geschlossen, 10 von 18 Ministerien mussten ihre Pforten schließen, wobei zahlreiche staatliche Angestellte entlassen wurden.
Wirtschaftliche Veränderungen
Eine der markantesten Veränderungen unter Milei ist die drastische Kürzung der Staatsausgaben um etwa 30 Prozent. Dies hat im Haushalt zu einem Primärüberschuss geführt, jedoch reagierte der Markt auf diese Maßnahmen mit Skepsis. Zu Beginn seiner Amtszeit sah sich Argentinien mit einer Hyperinflation von über 200 Prozent jährlich konfrontiert. Erfreulicherweise fiel die monatliche Inflationsrate von 25,5 Prozent im Dezember 2023 auf unter 3 Prozent im Oktober 2024. Trotzdem bleibt Argentinien mit einer jährlichen Inflationsrate von 193 Prozent das Land mit der höchsten Inflation weltweit.
Weitere markante Entwicklungen sind der Rückgang des Leitzinses von 120 Prozent durch sieben Senkungen sowie die Abwertung des Argentinischen Pesos um 50 Prozent, was erhebliche Auswirkungen auf den Schwarzmarkthandel mit US-Dollar hat. Die Zentralbank konnte ihre Reserven von 21 Milliarden US-Dollar auf 30 Milliarden US-Dollar steigern. Allerdings hat sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit dem zweiten Quartal 2023 rückläufig entwickelt, mit einem geschätzten Minus von 3 Prozent für 2024.
Soziale Herausforderungen
Trotz einiger wirtschaftlicher Erfolge hat die Politik Mileis auch negative soziale Auswirkungen. Die Armutsrate ist von 42 Prozent Ende 2023 auf fast 53 Prozent im September 2024 angestiegen, während gleichzeitig Sozialleistungen sowie Hilfen für die ärmsten Bevölkerungsschichten drastisch gekürzt wurden. Diese Entwicklungen werfen Fragen über die soziale Gerechtigkeit und die Verteilung des Wohlstands in Argentinien auf.
Dennoch bleibt Javier Milei unter den Argentiniern beliebter als seine Vorgänger, mit einer Zustimmungsrate von 47 Prozent im November 2024. Die wirtschaftlichen Erfolge seiner Reformpolitik sind jedoch ungewiss und könnten durch politische Unsicherheiten und Mileis umstrittene Persönlichkeit in Gefahr geraten, wie spiegel.de anmerkt.