Die Rückkehr von Donald Trump ins Präsidentenamt der USA im Januar 2025 hat gravierende Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft, speziell auf den Mittelstand. Die handelspolitischen Maßnahmen Trumps führen zu einer Verunsicherung, die sich in einer Verringerung der Investitionen deutscher Unternehmen in den USA widerspiegelt. Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, dass die Direktinvestitionen in den USA zwischen Februar und November 2025 auf etwa 10,2 Milliarden Euro gesunken sind. Dies bedeutet einen dramatischen Rückgang von rund 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und über 24 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt seit 2015.
Eine Umfrage der DZ BANK unter mehr als tausend Geschäftsführern und Inhabern zeigt, dass fast 30 Prozent der befragten Unternehmen geplante US-Investitionen verschoben haben, während rund 15 Prozent diese vollständig gestrichen haben. Dies ist Teil eines Trends, der den deutschen Mittelstand dazu bewegt, sich stärker auf den Heimatmarkt und die europäischen Nachbarn zu konzentrieren.
Strategische Neuorientierung
Die Unternehmen streben danach, ihre Abhängigkeiten von den USA zu reduzieren. Laut der Umfrage gaben nur 12 Prozent der Mittelständler an, direkt von den US-Zöllen betroffen zu sein, jedoch spüren fast 50 Prozent indirekte Auswirkungen über ihre Kunden und Zulieferer. Die unsicheren Rahmenbedingungen, darunter die möglichen höheren Zölle und die wechselnde US-Handelspolitik, führen dazu, dass viele Firmen eine stärkere Diversifizierung ihrer Märkte und Lieferketten planen, um die Risiken, die aus geopolitischen Spannungen resultieren, besser zu steuern.
Besonders betroffen sind Branchen wie Metall, Automobil, Maschinenbau sowie die Elektro- und Chemieindustrie, die stark exportorientiert sind. Ein weiterer Aspekt, der auffällt, ist der Rückgang des Interesses an Investitionen in den USA. Nur noch 9 Prozent der Unternehmen erwarten, dass die USA in den nächsten fünf Jahren eine größere Rolle in ihren Lieferketten spielen werden, während 19 Prozent eine kleinere Rolle antizipieren. Dies lässt auf einen negativen Saldo von minus 10 Punkten schließen.
Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit
Weltweit haben die US-Handelsmaßnahmen auch die Wahrnehmung deutscher Unternehmen gegenüber den USA verändert. Nach einem Trend, der im Frühjahr 2022 noch ein positives Bild von den USA zeigte, ist das aktuelle Interesse an dem Markt in den ersten zehn Monaten von Trumps Präsidentschaft um 45 Prozent gesunken. Dies steht im Kontrast zu den Bestrebungen nach einer Rückbesinnung auf den deutschen Markt, wo mehr als die Hälfte der Unternehmen plant, ihren Absatz und Einkauf näher an den Heimatmarkt zu bringen.
Die Unsicherheiten im Handel verursachen eine strategische Neuausrichtung: Westeuropa sowie Mittel- und Osteuropa bleiben wichtige Zielregionen für die Absicherung der Lieferketten. Indien gewinnt auch an Bedeutung, trotz gestiegener Zweifel an Engagements in diesem Land.
Insgesamt zeigt sich, dass der deutsche Mittelstand auf die turbulente politische Lage reagiert und seine Strategien entsprechend anpasst. Die Notwendigkeit einer Stabilisierung der Investitionen und einer Diversifizierung der Märkte wird immer deutlicher.