Die Subsahara-Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft (SAFRI) wird zunehmend als wichtige Plattform für die Förderung nachhaltiger Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Subsahara-Afrika angesehen. Laut der DIHK ist diese Initiative darauf ausgerichtet, den Austausch und die Kooperation zwischen deutschen und afrikanischen Unternehmen zu stärken und Engagements in Handel, Investitionen sowie Ausbildung zu unterstützen. Der Vorsitzende von SAFRI, Thomas Schäfer von Volkswagen, und der Ansprechpartner Dr. Thando Sililo arbeiten daran, bestehende wirtschaftliche Potenziale weiter zu entwickeln und zu fördern.
Eine eingehendere Betrachtung zeigt, dass Deutschland in den letzten Jahrzehnten politisch und wirtschaftlich nur begrenzt in Afrika investiert hat. Die deutschen Direktinvestitionen in Afrika beliefen sich 2021 lediglich auf 1,6 Milliarden USD. Dies steht im Gegensatz zu den wachsenden globalen Herausforderungen, in denen Afrikas Ressourcen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Krise der westlich dominierten Ordnung eröffnet afrikanischen Regierungen und Unternehmen neue Möglichkeiten für Verträge und Kooperationen, die eine gegenseitige Stärkung der Interessen fördern können.
Herausforderungen und Chancen in der Außenwirtschaftspolitik
Die deutsche Außenwirtschaft steht unter Druck, ihre Beziehungen zu Afrika sowie zu Asien und Mittel- und Südamerika zu verbessern. Dabei ist es wichtig, die Profitinteressen deutscher Unternehmen mit moralischen Grundsätzen in Einklang zu bringen. Der Bedarf an gerechteren Handelsabkommen und Governance-Mechanismen ist evident, um die wirtschaftliche Selbstbestimmung Afrikas zu fördern und die Abhängigkeit von Rohstoffexporten zu verringern. Deutschlands Handelsstruktur zeigt, dass das Land hauptsächlich Öl und Mineralien importiert, während Maschinen und Chemikalien nach Afrika exportiert werden.
Im Rahmen der SAFRI-Initiative spielt auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) eine bedeutende Rolle. Er vertritt über 620 Unternehmen der deutschen Automobilindustrie und fördert Innovationen sowie wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für seine Mitglieder. Der VDA kooperiert zudem mit der African Association of Automotive Manufacturers (AAAM), um die Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie in Afrika nachhaltig zu verbessern. Diese Zusammenarbeit verdeutlicht die wachsende Bedeutung der Automobilbranche für die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika und die strategische Relevanz deutscher Unternehmen während dieser Entwicklung.
Strategische Initiativen und Internationale Kooperationen
Die Deutsche Wirtschaft ist in verschiedenen regionalen Initiativen organisiert, die spezifische Interessen bündeln. So konzentriert sich die Lateinamerika-Initiative (LAI) auf die Interessen gegenüber Lateinamerika und der Karibik, während die Nordafrika Mittelost Initiative (NMI) bilaterale Wirtschaftsbeziehungen in der MENA-Region fördert. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist die älteste und größte Regionalinitiative und unterstützt Handelsbeziehungen mit über 29 Ländern in Mittel-, Ost- und Südosteuropa, sowie dem Südkaukasus und Zentralasien.
In Anbetracht der multipolaren Weltordnung wird eine zukünftige panafrikanische Industriepolitik empfohlen, die darauf abzielt, einheimische Ressourcen zu mobilisieren und regionale Komplementaritäten zu stärken. Die Bundesregierung erwägt darüber hinaus LNG-Exportprojekte mit Senegal und eine Gaspipeline von Nigeria nach Europa. Diese Schritte könnten zur Verwirklichung eines strategischen, kooperativen Rahmens beitragen, wo die Interessen aller Beteiligten in Einklang gebracht werden.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Initiativen wie SAFRI, die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Wirtschaftszweigen und die kontinuierlichen politischen Dialoge einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der deutsch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen leisten könnten. Dabei bleibt die Herausforderung, gerechte und nachhaltige Entwicklungsstrategien zu implementieren, um langfristigen Erfolg zu gewährleisten.
Für weitere Informationen zu SAFRI besuchen Sie die offizielle Website von SAFRI und für Details zu den geopolitischen Aspekten Deutschlands in Afrika können Interessierte den Artikel auf afripoli.org lesen.