Ab Herbst 2025 gelten in der EU neue Importkontingente für landwirtschaftliche Produkte aus der Ukraine. Diese Regelung, die eine überarbeitete Fassung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und der Ukraine darstellt, beendet eine Phase nahezu vollständiger Marktöffnung, die den europäischen Agrarsektor erheblich belastete. Die neuen Kontingente sind höher als die vorherigen und sorgen damit für einen erhöhten Preisdruck auf landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, wie top agrar berichtet.

Nach dem Ausbruch des Russland-Ukraine-Kriegs liberalisierte die EU im Juni 2022 den Agrarhandel mit der Ukraine, was dazu führte, dass die Importe von landwirtschaftlichen Produkten in Europa stark anstiegen. Besonders betroffen sind die bayerischen und deutschen Bäuerinnen und Bauern, die sich einer Importflut gegenübersehen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich hat die Rückkehr zu klaren Kontingentregelungen begrüßt, um den EU-Agrarmarkt zu stabilisieren, da die vorherige unregulierte Marktöffnung zu massiven Marktverwerfungen führte, so LK Oberösterreich.

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Neue Importkontingente im Detail

Die jährlichen zollfreien Importkontingente wurden deutlich angehoben. Hier eine Übersicht:

  • Weichweizen: von 1 Mio. t auf ca. 1,3 Mio. t
  • Mais: von 650.000 t auf ca. 1,0 Mio. t
  • Gerste: von 350.000 t auf ca. 450.000 t
  • Zucker: von 20.000 t auf ca. 100.000 t
  • Honig: von 6.000 t auf ca. 35.000 t
  • Geflügelfleisch: von 90.000 t auf ca. 120.000 t
  • Eier und Eiprodukte: von 6.000 t auf ca. 18.000 t

Zusätzlich wurden die Quoten für verschiedene Milchprodukte ebenfalls erhöht. Diese Veränderungen führen zu größeren Mengen an Agrarprodukten auf dem europäischen Markt, was die heimische Landwirtschaft unter Druck setzt, wie ebenfalls von Moderner Landwirt aufgeführt.

Kritik an den neuen Regelungen

Der LSV Bayern kritisiert die EU-Importregelungen, jedoch nicht die Ukraine selbst. Die Auswirkungen der neuen Regelungen auf den bayerischen und deutschen Agrarmarkt werden als ungerecht und unnachhaltig betrachtet. Die heimischen Betriebe müssen unter hohen Umwelt-, Tierwohl- und Sozialstandards produzieren, während Importe nicht denselben Anforderungen genügen.

Die politische Schieflage, bei der neue Auflagen für die heimische Landwirtschaft erstellt werden, während gleichzeitig die Märkte für günstige Importe geöffnet werden, gefährdet die regionale Erzeugung und die Ernährungssicherheit. Deutschland wird zunehmend abhängig von Importen und internationalen Märkten, und viele Betriebe, insbesondere im Getreidebau und der Zuckerproduktion, sind stark betroffen.

Um die Situation zu verbessern, fordert der LSV Bayern marktmäßige Monitoring durch die EU und den Bund sowie die sofortige Anwendung von Schutzklauseln bei Marktverwerfungen. Außerdem werden gleiche Produktions- und Qualitätsstandards für Importe und heimische Erzeugungen sowie eine klare Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel gefordert.

Insgesamt zeigt sich, dass die neuen Importkontingente zwar eine regulierende Wirkung entfalten, jedoch gleichzeitig den Druck auf die heimischen Betriebe erhöhen und deren Planungssicherheit in Frage stellen.