Die geplante umfassende Erneuerung des Haltestellenbereichs Alter Markt und der Gleisanlagen in Magdeburg sorgt für reges Interesse und Beteiligung in der Bevölkerung. Laut Meetingpoint wird der Alte Markt als der wichtigste Knotenpunkt im Magdeburger Straßenbahnnetz angesehen, den täglich etwa 25.000 Fahrgäste nutzen. Die momentanen Pläne für die Sanierung und Modernisierung sind nun für 2026 angedacht, eine zeitliche Verschiebung um ein Jahr, die gemeinsam von der Landeshauptstadt, der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) und der Interessengemeinschaft Innenstadt beschlossen wurde.
Ein Bürgerdialog in Form eines Infomarkts wurde kürzlich veranstaltet, um den Anwohnern und Fahrgästen die Möglichkeit zu geben, sich direkt mit Fachleuten der MVB sowie den Städtischen Werken (SWM) auszutauschen. Dieses neue Format wurde positiv wahrgenommen und soll eine geringere Hemmschwelle für Fragen fördern, wie MVBnet berichtet. Die Geschäftsführung der MVB nutzte die Gelegenheit, um den direkten Dialog mit den Bürgern zu suchen und Informationen zu angrenzenden Projekten, wie die Querung der B1 im Rahmen der 2. Nord-Süd-Verbindung, zu teilen.
Notwendigkeit der Sanierung
Die Oberbürgermeisterin von Magdeburg, Simone Borris, betont die Dringlichkeit eines starken öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und die Bedeutung für einen florierenden Innenstadthandel. Die bestehende Infrastruktur am Alten Markt, die zuletzt in den Jahren 1993/1994 grundlegend erneuert wurde, bedarf einer umfassenden Modernisierung. Birgit Münster-Rendel, Geschäftsführerin der MVB, hebt die Unterstützung der Händler hervor, während Arno Frommhagen, Sprecher der IG Innenstadt, die Verschiebung als Chance für die Händler sieht, sich wirtschaftlich zu erholen.
Die geplanten Maßnahmen beinhalten eine barrierefreie Umgestaltung der Haltestellen nach neuesten Standards. Dies schließt eine Anpassung der Gleisgeometrie und den Bau eines neuen Bahnsteigs ein. Die Maßnahmen sind Teil des Gesamtprojekts „Neubau Breiter Weg Nordabschnitt“, welches in mehreren Bauabschnitten umgesetzt wird. Der erste Bauabschnitt begann 2019 zwischen Opernhaus und Julius-Bremer-Straße und wird nun im zweiten Bauabschnitt vorangetrieben.
Kommunikationskampagne und Transparenz
Die MVB hat eine Kommunikationskampagne gestartet, um die Anwohner und Fahrgäste während der Bauphase zu informieren und zu orientieren. Ziel ist es, die Hintergründe der Maßnahmen zu erklären und die Erreichbarkeit der Innenstadt hervorzuheben. Vertreter aus verschiedenen Bereichen wie Gleisbau, Projektkommunikation, Marketing und Service standen bereit, um Fragen zu beantworten und den Dialog aufrechtzuerhalten. Die positive Resonanz auf diesen Ansatz bestärkt die MVB in ihrem Bestreben nach transparenter Kommunikation bei großen Infrastrukturprojekten.
Zusätzlich zur Modernisierung der Gleisanlagen plant die Stadt Magdeburg auch eine umfassende Erneuerung ihrer Elektromobilitätsinfrastruktur. Ein kürzlich verabschiedetes Elektromobilitätskonzept setzt auf die Reduzierung fossiler Energieträger im Verkehr und fördert die Einführung von Elektromobilität. Mit einem geplanten Ausbau der Ladeinfrastruktur möchte die Verwaltung die umweltfreundliche Mobilität in der Stadt langfristig unterstützen. Dieses Konzept wurde von 80 % des Projektes durch den Projektträger Jülich im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr gefördert.