In der aktuellen Diskussion über die Rentenreform stehen zentrale Themen wie das Rentenniveau, die Lebensarbeitszeit und die geplante Aktivrente im Fokus. Angesichts der ungewissen Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung und ihrer Finanzierung fragen sich viele angehende Ruheständler, was bei der Vorbereitung auf den Ruhestand zu beachten ist. Um diese Unsicherheiten zu adressieren, hat die Verbraucherzentrale einen neuen Ratgeber mit dem Titel „Rente in Sicht“ veröffentlicht, der umfassende Informationen bietet. Laut Hallanzeiger erklärt der Ratgeber unterschiedliche Rentenarten, den Antragstellungsprozess und geht auf mögliche Rentenlücken ein.
Der Ratgeber gibt auch wertvolle Tipps für eine Finanzstrategie, damit der Ruhestand finanziell auskömmlich gestaltet werden kann. Besonders wichtig ist zu beachten, dass die Brutto-Rente nicht mit der Netto-Rente gleichzusetzen ist, da verschiedene Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung sowie mögliche Steuern anfallen können. Um eine Übersicht über die eigenen finanziellen Verhältnisse zu bekommen, empfiehlt der Ratgeber einen Kassensturz, um die Einkünfte und Ausgaben in Balance zu bringen.
Aktuelle Entwicklungen im Rentensystem
Eine wichtige Neuerung im deutschen Rentensystem ist die Rentenerhöhung um 3,74 Prozent, die am 1. Juli 2025 in Kraft tritt. Diese Anhebung betrifft etwa 21 Millionen Rentner in Deutschland und wurde von der früheren Bundesregierung beschlossen. Der Rentenwert beträgt ab Juli 40,79 Euro pro Monat, was für eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren eine monatliche Erhöhung um 66,15 Euro zur Folge hat, berichtet Tagesschau.
Jedoch stehen die zukünftigen Entwicklungen im Rentensystem unter dem Einfluss politischer Entscheidungen. Experten wie Bernd Raffelhüschen fordern grundlegende Reformen, um die Rentenleistungen zu sichern und warnen vor den Herausforderungen des demografischen Wandels. Der Rückgang der Geburtenraten und die steigende Lebenserwartung führen dazu, dass immer weniger Beitragszahlende für eine wachsende Zahl an Rentnern aufkommen müssen. So hat sich das Verhältnis von Beitragszahlenden zu Rentnern seit 1957 von 373 auf 100 auf nur noch 220 im Jahr 2023 verschlechtert. Prognosen deuten darauf hin, dass dieses Verhältnis bis 2045 auf 174 sinken könnte, wie ZDF berichtet.
Das aktuelle Rentensystem basiert auf dem Umlageprinzip, bei dem laufende Beiträge der Beschäftigten zur Finanzierung der Renten verwendet werden. Fehlende Anreize für eine längere Erwerbsarbeit und die Regelung für langjährig Versicherte, die einen früheren Renteneintritt ohne Rentenabzüge ermöglichen, stellen zusätzliche Herausforderungen dar.
Der Ratgeber „Rente in Sicht“
Der neue Ratgeber der Verbraucherzentrale umfasst 240 Seiten und bietet detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Informationen zu sinnvollen Anlageformen im Ruhestand. Zudem werden staatlich geförderte und private Vorsorgeformen behandelt, einschließlich der Rentabilität von Immobilien. Der Ratgeber ist erhältlich unter shop.verbraucherzentrale.de oder telefonisch unter T +49 211 913801-555. Auch in Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel kann der Ratgeber erworben werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vorbereitung auf den Ruhestand in Zeiten sich wandelnder Bedingungen im Rentensystem eine ebenso notwendige wie herausfordernde Aufgabe ist. Die Informationen und Tipps im Ratgeber „Rente in Sicht“ können angehende Ruheständler dabei unterstützen, informierte Entscheidungen zu treffen und ihre finanzielle Zukunft nachhaltig zu gestalten.