Am 3. November 2025 hat die EU-Kommission einen Vorschlag unterbreitet, der eine drastische Reduktion der Treibhausgasemissionen um 90 Prozent bis 2040 im Vergleich zu 1990 vorsieht. Dieses ambitionierte Ziel ist Teil der Bestrebungen, den Weg zur Klimaneutralität zu ebnen. Der österreichische Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) hat den Vorschlag unterstützt und ihn als „ambitioniert aber machbar“ bezeichnet. Seiner Meinung nach stellt dieses Ziel einen wichtigen Meilenstein dar, der sowohl zur Klimaneutralität als auch zur Schaffung eines zukunftsfähigen Wirtschaftsstandorts beiträgt, wie derStandard berichtet.
Im September bestätigte die Bundesregierung in einer Weisung an die Ständige Vertretung in Brüssel das 90-Prozent-Ziel. Die Koalitionspartner unterstützen diese Initiative, und die SPÖ-Klimasprecherin Julia Herr erklärte, dass sich die gesamte Bundesregierung klar zu diesem Ziel bekenne. Gleichzeitig forderte Totschnig eine „breite Diskussion“ über das europäische Klimaziel 2040, was angesichts der anstehenden Entscheidungen von einigen als kritisch betrachtet wird.
Kritik und Diskussion
Österreich und andere EU-Staaten haben angekündigt, die Entscheidung über das EU-Klimaziel zu verschieben. Diese Entscheidung stieß auf scharfe Kritik von Seiten der Grünen und Umwelt-NGOs. Totschnig verteidigte das Vorgehen der Regierung und betonte die Notwendigkeit von Diskussionen auf europäischer Ebene. Er äußerte, dass die Auswirkungen dieser Entscheidungen auf Wirtschaft, Bevölkerung und Arbeitsplätze enorm sein könnten.
Der Vorschlag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die den besten Weg zur Klimaneutralität bis 2050 aufzeigen sollen. Totschnig betonte die Wichtigkeit, dass die festgelegten Ziele nicht nur formuliert, sondern auch von allen Beteiligten mitgetragen und umgesetzt werden.
Europäischer Gipfel und Abstimmung
Die Regierungen von Österreich, Frankreich, Deutschland und weiteren EU-Staaten möchten die Abstimmung über das Klimaziel nicht am 18. September in Brüssel durchführen. Stattdessen zielt man auf den nächsten EU-Gipfel im Oktober ab. Dort gilt das Einstimmigkeitsprinzip, was bedeutet, dass ein einzelnes Land die EU-Klimaziele aufhalten könnte. Damit wird die Diskussion über die ehrgeizigen Klimaziele auch weiterhin die politische Agenda dominieren.