Online-Shopping erlebt einen anhaltenden Boom, doch die Sorgen der Verbraucher:innen wachsen. Laut dem aktuellen Verbraucherreport 2025 des Verbraucherzentrale Bundesverbands, der auf einer repräsentativen Befragung von 1.503 Personen basiert, fühlen sich 65% der befragten Nutzer:innen nicht gut vor irreführender Werbung und versteckten Kosten geschützt. Über 78% der Befragten berichten von Problemen beim Online-Einkauf in den letzten zwei Jahren, wobei 55% längere Lieferzeiten als angegeben anprangern.
Besonders die Sicherheitsaspekte stehen im Fokus: 64% der Verbraucher:innen äußern Bedenken hinsichtlich des Schutzes ihrer persönlichen Daten. Auch Betrug und unseriöse Anbieter bereiten 60% Sorgen. Trotz dieser Bedenken geben 71% der Befragten an, sich bei Widerrufen und Rückgaben ihrer Rechte gut geschützt zu fühlen. Der Verbraucherreport zeigt zudem, dass über 57% der 165.000 Beschwerden, die von Verbraucherschutzorganisationen im ersten Halbjahr 2025 registriert wurden, den digitalen Bereich betreffen. Dies entspricht einem Anstieg von 14% im Vergleich zum Vorjahr.
Rechtlicher Rahmen im Online-Handel
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Online-Handel sind entscheidend, um faire Handelspraktiken zu gewährleisten. Das Gesetz über den elektronischen Geschäftsverkehr verpflichtet Händler dazu, umfassende Informationen zu Preisen, Versandkosten und Lieferzeiten bereitzustellen. Verbraucher haben ein 14-tägiges Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen, und die Händler sind dazu angehalten, transparente Rücksendebedingungen sowie ein klares Verfahren für Rückzahlungen anzubieten. Ebenso müssen sie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einhalten, um die Daten ihrer Kunden zu schützen.
Verbraucher:innen sind oft unsicher über ihre Rechte. Schätzungen zufolge sehen 54% sich im Bereich Internet und Digitalisierung nicht gut geschützt. Obgleich 92% der Menschen Verbraucherschutz für wichtig erachten, vertrauen lediglich 22% darauf, dass die Politik ihrer Verantwortung nachkommt. Dies könnte teilweise auf das Gefühl zurückzuführen sein, in einem Umfeld zu agieren, das von Vertragsfallen und Datenmissbrauch geprägt ist.
Probleme beim Online-Shopping
Die Befragung ergab, dass ein schlecht erreichbarer Kundenservice ein häufig genanntes Problem darstellt, welches von 51% der Verbraucher:innen kritisiert wird. Mangelnde Produktqualität klagt jeder Zweite an. Diese Missstände werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen Verbraucher:innen konfrontiert sind. Der Verbraucherreport 2025 bietet somit wertvolle Einblicke in die Problemsicht der Konsumenten, die beim Deutschen Verbrauchertag 2025 diskutiert werden sollen.
Der Online-Handel hat in den letzten Jahren zwar Vorteile sowohl für Händler als auch für Verbraucher gebracht, jedoch sind die Risiken und Herausforderungen nicht zu unterschätzen. Es ist unerlässlich, dass die Politik und die Unternehmen gemeinsam an Lösungen arbeiten, um das Vertrauen der Verbraucher in den Online-Handel zu stärken und ihre Rechte im digitalen Bereich zu schützen.