In einer neuen Analyse von ARK Invest und Unchained wird die potenzielle Bedrohung durch Quantencomputer für Bitcoin näher beleuchtet. Laut der Studie sind etwa 35% des Bitcoin-Angebots theoretisch durch Fortschritte in der Quantencomputing-Technologie angreifbar. Dies betrifft insbesondere rund 1,7 Millionen BTC, die aufgrund ihrer frühen Nutzung als verloren gelten, sowie 5,2 Millionen BTC, die auf unsicheren Adressen liegen. Die Autoren der Studie skizzieren fünf Stufen, die zu einem möglichen Crash führen könnten, wobei die ernsthafte Bedrohung für Bitcoin frühestens 2035 erwartet wird und der Entwicklung graduell und mit Warnsignalen vorausgeht. Dies wirft Fragen zur Zukunftssicherheit der beliebten Kryptowährung auf.
Die fünf Stufen, die ARK Invest beschreibt, sind entscheidend für das Verständnis der Bedrohungslage. In der ersten Stufe existieren Quantencomputer zwar, sind jedoch kommerziell nutzlos. In der zweiten Stufe könnten Quantencomputer nützlich werden, allerdings nicht für kryptografische Anwendungen. Ab Stufe drei wäre es möglich, dass Quantencomputer elliptische Kurven-Kryptographie brechen, was Bitcoin jedoch vorerst nicht angreifen würde. In Stufe vier sind Quantencomputer in der Lage, Zugangsschlüssel schneller zu knacken als Bitcoins 10-Minuten-Blockzeit. Sollte dies eintreten, wäre die Sicherheit von Bitcoin massiv gefährdet. ARK schätzt, dass der erste öffentliche Schlüssel möglicherweise erst Mitte der 2030er Jahre geknackt werden könnte.
Gefährdete Vermögenswerte und Sicherheitsmaßnahmen
Die Studie nennt spezifische Bitcoin-Adressen, die durch Quantencomputer gefährdet sind, darunter 1,7 Millionen BTC in frühen P2PK-Adressen und 200.000 BTC in P2TR-Adressen. Besonders alte Bitcoin-Adressen mit sichtbaren öffentlichen Schlüsseln sind anfällig, was die Bedrohung noch verstärkt. CryptoQuant-CEO Ki Young Ju weist darauf hin, dass bis zu 6,9 Millionen BTC potenziell angreifbar sein könnten. Dies ist eine signifikante Zahl, die das Potenzial für gezielte Angriffe auf schlecht geschützte Coins zeigt.
- Rund 34,6 % des Bitcoin-Angebots sind gefährdet.
- 65,4 % des Angebots bleiben relativ sicher.
- Empfohlene Maßnahmen für Anleger umfassen die Nutzung quantensicherer Wallets und die Vermeidung mehrfacher Verwendung von Empfangsadressen.
Die Integration quantensicherer kryptografischer Standards, wie zum Beispiel ML-DSA oder SLH-DSA, ist brisant. Ein Soft-Fork-Upgrade könnte notwendig werden, um diese Lösungen effektiv umzusetzen. Ein Vorschlag wie das BIP-360 zielt darauf ab, Pay-to-Merkle-Root-Ausgabetypen einzuführen, um Schwachstellen im Schlüsselpfad von Taproot zu mindern. Jedoch könnte der Prozess der integration quantensicherer Verfahren jahrelang beanspruchen, während die Diskussion um radikalere Ansätze wie eine verpflichtende Migration aller Coins stark umstritten bleibt.
Bedrohung und Ausblick
Die Sorge vor einem möglichen „Quantum-Run“ auf alte Bestände ist berechtigt. Dabei könnte ein Angriff, der sorgfältig geplant ist, dazu führen, dass Angreifer Transaktionen signieren, ohne tatsächlich im Besitz des echten Schlüssels zu sein. In der Bitcoin-Community besteht daher der Bedarf an koordinierter Anstrengung, um sich auf diese strukturelle Herausforderung vorzubereiten. Langfristig könnte die größte Gefahr nicht nur in den Quantencomputern selbst liegen, sondern auch im potenziellen Vertrauensverlust in das Sicherheitsmodell von Bitcoin.
Insgesamt zeigt die Analyse von ARK Invest und Unchained, dass die Entwicklungen im Bereich der Quantencomputing-Technologie ernst genommen werden sollten. Es ist unerlässlich, dass die Bitcoin-Gemeinschaft proaktive Maßnahmen ergreift, um diese Herausforderung zu bewältigen und zukünftige Angriffe zu verhindern, während bereits Lösungen in der Diskussion stehen, um die Sicherheit der Kryptowährung aufrechtzuerhalten.



