Die Bürgschaftsbank Hessen hat im vergangenen Jahr mit 90,2 Millionen Euro an neuen Bürgschaften und Garantien ein Rekordergebnis erzielt. Dieses Volumen übersteigt den Vorjahreswert von 75,5 Millionen Euro und spiegelt den hohen Finanzierungsbedarf des hessischen Mittelstands wider, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten. Geschäftsführer Sven Volkert betont, dass 55 Prozent der bereitgestellten Mittel auf Unternehmensnachfolgen entfielen. 25 Prozent wurden für Existenzgründungen und 20 Prozent für Wachstumsvorhaben sowie Investitionen bestehender Betriebe verwendet.

Insgesamt sicherte die Bürgschaftsbank Investitionen und Liquidität für Kleinunternehmen und Mittelständler in Hessen im Gesamtvolumen von 183 Millionen Euro. Diese Unterstützung führte laut Volkert zur Schaffung oder Sicherung von 2.900 Arbeitsplätzen in der Region. Udo Theuerkorn, ein weiterer Geschäftsführer, hebt die erhebliche Bedeutung von Bürgschaften hervor, die für die Umsetzung tragfähiger Vorhaben entscheidend sind.

Wichtige Kriterien für die Unterstützung

Die Bürgschaftsbank gewährt ihre Unterstützung nach eingehender Prüfung der Unternehmen. Wichtige Entscheidungskriterien sind dabei ein tragfähiges Geschäftsmodell sowie die fachliche und betriebswirtschaftliche Qualifikation der Gründer. Dazu müssen diese bereit sein, selbst und ständig präsent zu sein. Etwa 10 Prozent der Bürgschaftsanfragen scheitern bereits in den ersten Vorgesprächen, während weitere 10 Prozent in der Detailprüfung abgelehnt werden. Die Ausfallquote der Bürgschaften liegt derzeit bei 1,8 Prozent, was für eine relativ sichere Unterstützung spricht.

Die Möglichkeiten der Finanzierung für Unternehmen werden seit 2023 durch Erleichterungen gestärkt. So können Bürgschaftsbanken nun Bürgschaften von bis zu zwei Millionen Euro übernehmen, was eine Erhöhung gegenüber der vorherigen Obergrenze von 1,25 Millionen Euro darstellt. Diese Maßnahme kommt kleinen und mittleren Unternehmen zugute, die oftmals vor besonderen Herausforderungen stehen. Beispielsweise müssen viele Betriebe digitale und ökologische Transformationen bewältigen, die zusätzlichen finanziellen Druck erzeugen.

Langfristige Perspektiven und neue Initiativen

Die Bürgschaftsinstrumente haben seit den 1950er-Jahren einen wichtigen Beitrag zum Aufbau eines starken Mittelstands in Deutschland geleistet. Ab 2023 wurde auch der Zugang zu Beteiligungskapital durch Mittelständische Beteiligungsgesellschaften verbessert. Diese können nun bis zu 1,5 Millionen Euro an Beteiligungskapital bereitstellen, was die vorherige Grenze von einer Million Euro angehoben hat.

Die neuen Rückbürgschafts- und Rückgarantieerklärungen gelten bis Ende 2027, und alle fünf Jahre werden die vertraglichen Rahmenbedingungen zwischen Bund, Ländern und Bürgschaftsbanken neu ausgehandelt. Diese Maßnahmen sollen nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch schnellere Entscheidungen zur Verfügung stellen, was für Unternehmen in Krisenzeiten essenziell ist.

Für detailliertere Informationen über die Unterstützung der Bürgschaftsbank Hessen und deren Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft besuchen Sie bitte die Artikel auf n-tv und Wiesbadener Kurier.