Das Soester HealthTech-Startup Gardia hat erfolgreich eine Series-A-Finanzierungsrunde über 8,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die Finanzierungsrunde wird von Peak geleitet, einem europäischen Venture-Capital-Investor, und umfasst auch weitere Investoren wie Amberra, Butterfly & Elephant sowie Bonventure und Dieter von Holtzbrinck Ventures. Das frische Kapital soll dazu verwendet werden, das B2B-Geschäft auszubauen und an der nächsten Generation des innovativen Gardia-Notrufarmbands zu arbeiten.
Das Gardia-Armband, das für den Einsatz bei älteren Menschen konzipiert wurde, hat sich durch sein einfaches Design mit einem Knopf und vier LEDs ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt es den European Design Award 2025. Es stellt eine smarte Lösung dar, da es nicht nur wasserdicht ist, sondern auch über eine beeindruckende Akkulaufzeit von 21 Tagen verfügt – selbst bei permanenter Sturzerkennung. Besonders hervorzuheben ist, dass das Armband sowohl in der Wohnung als auch unterwegs funktioniert und eine zuverlässige Notrufhilfe bietet, im Gegensatz zu herkömmlichen Hausnotrufsystemen.
Technologie und Funktionalität
Das System nutzt eine selbst entwickelte KI-Technologie zur Sturzerkennung, die diverse Daten wie Beschleunigungsinformationen, Winkelbewegungen und Luftdruck analysiert. Gardia gibt an, dass in 96 Prozent der Fälle Stürze erfolgreich erkannt werden. Nutzer haben zudem die Möglichkeit, den Notrufknopf drei Sekunden lang zu drücken, um einen drohenden Sturz zu melden. Die genaue Position wird über GPS, Mobilfunk und WLAN bestimmt, was im Notfall eine schnelle Hilfe ermöglicht.
Im DACH-Raum hat Gardia bereits eine fünfstellige Zahl aktiver Nutzer und nimmt eine führende Position im Sektor mobiler Notrufsysteme ein. Das Produkt ist darüber hinaus vollständig erstattungsfähig durch deutsche Krankenkassen, was den Zugang für Senioren erleichtert und die Akzeptanz im Alltag erhöht. Mit der Zusammenarbeit von Bosch wird zusätzlich eine 24/7-Notrufbetreuung durch geschulte Fachkräfte angeboten, was einen weiteren Sicherheitsfaktor darstellt.
Demografischer Wandel und Herausforderungen
Der demografische Wandel in Deutschland trägt dazu bei, dass der Bedarf an Lösungen für ein sicheres und selbstbestimmtes Leben im Alter wächst. Schätzungen zufolge wird die Zahl der über 65-Jährigen in der EU innerhalb des nächsten Jahrzehnts von 97 Millionen auf über 110 Millionen ansteigen. In Deutschland leben rund 96 Prozent der Senioren in privaten Haushalten, und jährlich verzeichnen wir etwa 5,7 Millionen Stürze bei dieser Altersgruppe. Viele dieser Personen sind nach einem Sturz nicht mehr in der Lage, selbstständig Hilfe zu rufen.
Die Entwicklungen im Bereich digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) könnten hierbei entscheidend sein. Diese patientenorientierten digitalen Medizinprodukte ermöglichen einen neuen Zugang zu Gesundheitslösungen und bieten Potenziale zur Schließung von Versorgungslücken. Eine verstärkte Nutzung von DiGA könnte nicht nur die Autonomie der Patient:innen erhöhen, sondern auch die Lebensqualität wesentlich verbessern. Die Akzeptanz und Integration solcher Lösungen in das reguläre Versorgungssystem stellt einen wichtigen Schritt dar, um der älter werdenden Bevölkerung gerecht zu werden.
Durch die kontinuierliche Arbeit an der nächsten Generation seines Notrufsystems positioniert sich Gardia nicht nur als Marktführer, sondern leistet auch einen bedeutenden Beitrag zu den Herausforderungen des demografischen Wandels.
altenheim.net berichtet, dass …
startbase.de ergänzt, dass …
vfa.de thematisiert, dass …