Russlands Wirtschaft steht unter immensem Druck, während mehrere Branchen um ihr Überleben kämpfen. Kremlchef Wladimir Putin gibt sich zwar optimistisch, doch die Krisenzeichen sind unübersehbar. Besonders betroffen ist die Kohleindustrie, die durch westliche Sanktionen und einen Rückgang der Nachfrage erheblich leidet. Laut fr.de erlitten Unternehmen in diesem Sektor in den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 Verluste von 225 Milliarden Rubel, was im Vergleich zum Vorjahr eine Verdopplung darstellt.

Zusätzlich plant Indien, kein russisches Öl mehr zu kaufen, was einen weiteren Rückgang an Einnahmen zur Folge haben könnte. Die Probleme in der Kohleindustrie enden jedoch nicht bei finanziellen Verlusten. Zahlreiche Unternehmen stehen vor der Insolvenz; über 25% sind akut von Bankrott bedroht. Der Vize-Energieminister Dmitri Islamow berichtete von Verlusten in Höhe von 112,6 Milliarden Rubel bis Ende 2024, und im Juli 2025 wurden bereits 51 Kohlefirme stillgelegt.

Kollaps der Kohleindustrie

Die Kohleindustrie erlebt gegenwärtig die größte Krise seit 30 Jahren. Diese wird als eine der schwersten Herausforderungen seit den 1990er Jahren eingestuft. Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg haben die Branche erheblich geschwächt, mit einem geschätzten Gesamtverlust von 1,2 Billionen Rubel seit Beginn des Konflikts im Jahr 2022. Laut merkur.de hat die Branche damit zu kämpfen, dass die Nachfrage nach russischer Kohle stark gefallen ist, insbesondere durch den Rückzug der EU vom Kohlemarkt.

Eine Untersuchung von watson.ch ergab, dass 51 Kohlebetriebe sich bereits in der „roten Zone“ befinden. In vielen dieser Unternehmen sind alle Produktionstätigkeiten zum Stillstand gekommen oder stehen kurz davor. Die gegenwärtige globale Nachfrage ist schwach, und steigende Transportkosten sowie eine unzureichende Infrastruktur tragen zur Krise bei.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die russische Wirtschaft ist darüber hinaus von einer hohen Inflation und steigenden Leitzinsen belastet. Obwohl die Zentralbank den Leitzins auf unter 20 Prozent gesenkt hat, bleiben die Kreditkosten für Unternehmen unerschwinglich. Gunther Schnabl, Direktor des Flossbach von Storch Research Institute, warnt vor strukturellen Problemen in der Wirtschaft, die durch die anhaltenden westlichen Sanktionen weiter verschärft werden. Infolgedessen sind Unternehmen in verschiedenen Sektoren, einschließlich der Stahlbranche und der Bauwirtschaft, zunehmend auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Der staatliche Haushalt für 2025 weist ein Defizit von 5,7 Billionen Rubel auf, während für die Jahre 2026 bis 2028 ein weiterer Rückgang prognostiziert wird. Das Ende der Steuerbegünstigungen für IT-Firmen unterstreicht zusätzlich die finanziellen Spannungen, die die russische Regierung bewältigen muss.

In Anbetracht dieser Entwicklungen ist die Zukunft der Kohleindustrie und der gesamten russischen Wirtschaft ungewiss. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die Regierung ergreifen wird, um die verschiedenen Branchen in dieser besorgniserregenden Situation zu unterstützen und einen weiteren wirtschaftlichen Rückgang zu verhindern.