Die russische Wirtschaft befindet sich in einer kritischen Lage, die durch hohe Zinsen, sinkende Einnahmen und die durch den Ukraine-Krieg bedingten Belastungen geprägt ist. Ökonomen betonen, dass Russlands Position im Konflikt so schwach ist wie nie zuvor, was im krassen Gegensatz zu den optimistischen Aussagen des Präsidenten Donald Trump steht. Der Kreml hat massiv auf seine Barreserven und geliehenen Mittel zurückgegriffen, um den Krieg zu finanzieren, was nun zu ernsthaften Liquiditätsengpässen führen könnte. Neue internationale Sanktionen, insbesondere gegen den Ölsektor, verschärfen diese Krise weiter, und Experten warnen von einer möglichen Bankenkrise im nächsten Jahr. Merkur berichtet, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Notwendigkeit betont hat, den Druck auf Russland durch Sanktionen aufrechtzuerhalten.
Die wirtschaftlichen Probleme manifestieren sich stark in den Statistiken: Die Einnahmen aus Öl und Gas werden im Dezember voraussichtlich um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen. Die Militärausgaben lagen in den ersten drei Quartalen 2025 bereits bei einem Rekordwert von 149 Milliarden Dollar. Angesichts dieser Herausforderungen haben die hohen Zinssätze von über 20 Prozent nicht nur die Inflation bekämpft, sondern auch die Unternehmensgewinne und Barreserven signifikant verringert. Die stagnierenden Investitionen und ein Rückgang der Produktion in Schlüsselindustrien haben zu einem Anstieg der Zahlungsausfälle geführt. In der Kohlebergbauregion Kusbass haben 18 von 151 Kohleunternehmen bereits den Betrieb eingestellt.
Zunehmende soziale Spannungen?
Die hohen wirtschaftlichen Belastungen haben begonnen, sich auf die Bevölkerung auszuwirken. Ausgaben für essentielle Güter wie Kleidung, Haushaltswaren und Gesundheit sinken spürbar. Viele Unternehmen sehen sich gezwungen, Personal abzubauen oder die Löhne nicht mehr zu zahlen, was vermehrt zu Streiks führt. Trotz dieser fungiblen gesellschaftlichen Unruhe glauben Analysten, dass Russland nicht vor einem unmittelbaren sozialen Aufruhr steht. FR berichtet, dass die Moskauer Elite optimistisch bleibt und nicht an eine ernsthafte Bedrohung des Regimes durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten glaubt.
Die dauerhaften wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und die westlichen Sanktionen führen zu einer verheerenden Bilanz. Die Inflationsrate in Russland steigt unablässig und übersteigt bereits das angestrebte Ziel von 4 Prozent. Experten wie Alexander Kolyandr führen diese Probleme in erster Linie auf hausgemachte Faktoren zurück und stellen fest, dass die Sanktionen nur eine begrenzte Wirkung entfalten. Dennoch bleibt das russische Regime auf der Suche nach neuen wirtschaftlichen Partnerschaften, während die Hoffnung auf eine Reaktualisierung der Wirtschaftsbeziehungen mit den USA besteht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die russische Wirtschaft im Jahr 2025 vor enormen Herausforderungen steht, geprägt von einer stagnierenden Wachstumserwartung, einer hohen Inflation und einem drückenden Sanktionendruck. Der Ausblick auf 2026 erscheint düster, da Experten annehmen, dass diese Probleme weiter eskalieren könnten, falls nicht drastische wirtschaftliche Maßnahmen ergriffen werden.