Russlands Wirtschaft steht zunehmend unter Druck. laut den aktuellen Berichten von Focus hat das Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 nur noch 1% betragen, im Vergleich zu einem Rückgang von 4,9% im Jahr 2024. Dieser Rückgang wird durch verschiedene Faktoren verschärft, darunter sinkende Ölpreise und demografische Probleme. Die Inflation beträgt aktuell 6,4%, während die Zentralbank einen hohen Leitzins von 15% beibehält, um dem Inflationsdruck entgegenzuwirken.

Eine zentrale Herausforderung ist die Finanzierung des Ukraine-Kriegs, die zu Kürzungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Infrastruktur führt. Laut dem SWP sind zudem die Abgaben für Soldaten gesenkt worden. Diese Einschnitte wirken sich negativ auf die Lebensqualität vieler Russen aus, insbesondere in der medizinischen Versorgung, die als unterfinanziert gilt. Aktuell liegt die Lebenserwartung russischer Männer bei nur 65 Jahren.

Sinkende Einkünfte und steigende Steuern

Die russischen Staatsfinanzen leiden ebenfalls. Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft sind von 40% auf 25% des Haushalts gesunken, was auf den fallenden Preis für russisches Ural-Öl zurückzuführen ist. Dieser fiel von 90 Dollar pro Barrel im Jahr 2022 auf 50 Dollar Ende 2025. Zudem wird erwartet, dass Steuererhöhungen die ohnehin angespannte Situation der Bevölkerung weiter belasten; die Mehrwertsteuer beträgt mittlerweile 22% und die Unternehmenssteuer 25%.

Die Folgen dieser politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen sind verheerend: Bis zu eine Million Russen haben seit Beginn des Krieges das Land verlassen, was die größte Emigrationswelle seit 1917 darstellt. Viele Bürger sind unzufrieden und glauben, dass die wirtschaftliche Lage sich weiter verschlechtern wird. Ein zukunftsorientierter Ausblick auf die Wirtschaft wird zunehmend von der Gefahr einer anhaltenden Rezession überschattet, wie Experten warnen.

Militärausgaben und Inflationsdruck

Zusätzlich drückt Russland über 7% seines Bruttoinlandsprodukts für militärische Ausgaben aus, was mehr ist als in jedem NATO-Land. Trotz dieser hohen Ausgaben gibt es Anzeichen, dass der Inflationsdruck zwar abnimmt, jedoch belasten anhaltende Kriegsausgaben die Wirtschaft. Der IWF prognostiziert ein Wachstum von nur 0,9% im laufenden Jahr, während die russische Zentralbank von einem Anstieg zwischen 1 und 2% ausgeht.

Die wirtschaftliche Gesamtlage wird weiterhin durch hohe Zinssätze und damit verbundene Kreditvergabeprobleme belastet. Ein anhaltender Rückgang im verarbeitenden Gewerbe, der laut S&P Global den stärksten Rückgang seit drei Jahren verzeichnete, hat das Vertrauen der Unternehmen erschüttert. Experten betonen, dass Russland eine schwierige Phase durchlebt, in der darauf geachtet werden muss, den nächsten Abschwung zu vermeiden.

Die Situation bleibt angespannt, und während einige Aspekte der Wirtschaft stabil erscheinen, gibt es zahlreiche potenzielle Herausforderungen, die sich in naher Zukunft manifestieren könnten. Die Bevölkerung sieht sich mit steigenden Preisen für Grundnahrungsmittel konfrontiert, während die Belastungen durch Steuererhöhungen und die finanziellen Folgen der militärischen Aktivitäten immer größer werden.