Die wirtschaftliche Lage Russlands ist derzeit alles andere als rosig. Wladimir Putin hat sich kürzlich zur angespannten Situation geäußert und ein Minuswachstum von 1,8 % in den ersten zwei Monaten des Jahres 2023 vermeldet. Diese Entwicklung ist alarmierend, vor allem, da der Kreml-Chef von seinen Fachministern und Finanzbehörden verlangt, Lösungen zur Verbesserung des Wirtschaftswachstums vorzulegen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen leiden unter der aktuellen Lage. Ein Restaurantinhaber berichtete, dass er gezwungen ist, mehrere Läden zu schließen, um andere zu retten.

Der Jahreshaushalt 2026 weist nach drei Monaten ein Defizit von 51,2 Milliarden Euro auf, was 20 % mehr ist als ursprünglich geplant. Zwar stiegen die Exporteinnahmen der Ölbranche im März um mehr als 50 %, doch die Zusatzeinnahmen aus der Erhöhung der Mehrwertsteuer von 20 % auf 22 % blieben hinter den Erwartungen zurück. Diese Erhöhung, die vor allem die Rüstungsindustrie subventioniert, wird viele Unternehmen hart treffen, da die Umsatzschwelle zur Steuerpflicht von 60 Millionen auf nur noch 10 Millionen Rubel gesenkt wurde.

Steuererhöhungen als Notlösung

Die Duma hat am 18. November 2025 für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte gestimmt, was zusätzliche Einnahmen von bis zu einer Billion Rubel (ca. 10,1 Milliarden Euro) in den Staatshaushalt bringen soll. Diese Maßnahmen sind Teil umfassender Steuerreformen, die Hunderttausende von Unternehmen betreffen werden. Die Regierung plant weitere Steuererhöhungen auf Spirituosen, Tabak und Technologieartikel, um die finanziellen Lücken zu schließen, die durch sinkende Ölpreise und steigende Militärausgaben entstanden sind.

Die Rüstungsindustrie, die in den letzten Jahren von der Kriegsproduktion profitierte, meldet nun signifikante Profiteinbrüche. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, denn sie zeigt, dass der Push-Effekt der Kriegsproduktion erschöpft ist. Die russische Wirtschaft, die Anfang 2025 bereits zu schrumpfen begann, wird laut Prognosen in diesem Jahr nur um etwa 1 % wachsen können. Hohe Zinssätze von 16,5 % und eine Inflation von 8 % belasten zusätzlich das Wachstum und machen Kredite unerschwinglich.

Der Kreml braucht Geld

In dieser kritischen Lage sucht der Kreml verzweifelt nach neuen Einnahmequellen. Chinas Banken verleihen Russland kein Geld mehr, was die Situation weiter verschärft. Der Staat benötigt dringend Geld von Unternehmern, um die steigenden militärischen Ausgaben zu decken. Regionen sparen bereits an Arztgehältern und beim Straßenbau, um Sold für Vertragssoldaten zu zahlen. Auch die Mittel im „Fonds für Nationalen Wohlstand“ sind drastisch geschrumpft: von 98 Milliarden Euro sind nur noch 43,5 Milliarden Euro übrig.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Krise am Ölmarkt, die durch westliche Sanktionen und Produktionssteigerungen von Opec+ verschärft wurde, hat die Einnahmen aus Ölverkäufen weiter sinken lassen. Das Haushaltsdefizit wurde von 0,5 % auf 2,6 % nach oben korrigiert. Die Aussicht auf Verbesserung bleibt trübe, und die Russen müssen sich auf harte Zeiten einstellen, während der Kreml versucht, die wirtschaftlichen Geschicke mit Steuererhöhungen und Kürzungen in anderen Bereichen zu steuern.