Am 7. Februar 2026 wurden bedeutende Investitionen in Syrien angekündigt, die eine zentrale Rolle in den Plänen zur Wiederherstellung des Landes nach dem Bürgerkrieg spielen. Saudi-Arabien plant, in den Wiederaufbau zu investieren, wobei der saudische Investitionsminister Khalid al-Falih die Gründung eines Fonds mit einem Volumen von umgerechnet zwei Milliarden Dollar bekanntgab. Dieses Geld soll nicht nur für den Ausbau des Flughafens in Aleppo eingesetzt werden, sondern auch für weitere große Infrastrukturprojekte, die für die neue syrische Führung von Bedeutung sind. Deutschlandfunk berichtet, dass Saudi-Arabien ein wichtiger Unterstützer des syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa ist, der seit dem Sturz von Baschar al-Assad Ende 2024 die Macht innehat.
Der Syrien-Konflikt, der mit dem Abgang von Assad zu Ende ging, hinterließ das Land in einem Zustand der Zerrüttung. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung leben in Armut und über 16 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Neben der Zerstörung der physischen Infrastruktur sieht sich das Land auch mit der Herausforderung konfrontiert, die Verbrechen des früheren Regimes aufzuarbeiten und eine neue politische Ordnung zu etablieren. Al-Scharaa hat versprochen, die Verantwortlichen für die Vergehen des Assad-Regimes zur Rechenschaft zu ziehen, doch viele dieser Personen sind weiterhin auf freiem Fuß. BPB hebt hervor, dass die politische Mitbestimmung nach wie vor unklar bleibt, während al-Scharaa eine zentralisierte Machtstruktur anstrebt.
Strategische Partnerschaft in der Infrastruktur
Ein zentrales Element der Saudi-Arabischen Investitionsstrategie in Syrien ist die Unterstützung lebenswichtiger Sektoren, wie die Wasserwirtschaft. Im Rahmen eines Abkommens ist der Bau einer Meerwasserentsalzungsanlage geplant, um Wasser von der Küste in den Süden des Landes zu leiten. Diese Initiative zeigt die Notwendigkeit, dringend benötigte Infrastrukturen wiederherzustellen und den Zugang zu Ressourcen zu sichern. Saudi-Arabien und die syrische Zivilluftfahrtbehörde haben zudem vereinbart, die Fluggesellschaft „flynas Syria“ zu gründen, deren Betrieb im vierten Quartal 2026 beginnen soll. Zeit kündigt an, dass auch eine Modernisierung der Telekommunikationsinfrastruktur angestrebt wird.
Die Pläne für Investitionen in Syrien sind die höchsten seit der Aufhebung der US-Sanktionen im Dezember, die den wirtschaftlichen Wiederaufbau behindert hatten. Während die saudische Regierung eine „strategische Partnerschaft“ zwischen Saudi-Arabien und Syrien betont, gibt es innerhalb Syriens Bedenken, dass die Abkommen vor allem auf Absichtserklärungen basieren und noch keine verbindlichen Verträge vorliegen.
Gesellschaftliche Herausforderungen und Aussichten
Die Übergangsregierung, die sich nach dem Sturz des Assad-Regimes gebildet hat, hat nicht die vollständige Kontrolle über alle Gebiete Syriens. Teile des Nordens sind von der Türkei besetzt, während im Nordosten kurdische Kräfte die Verwaltung inne haben. Die Sicherheitslage bleibt angespannt, begleitet von lokalen Kämpfen und Racheakten. Al-Scharaa versucht, das staatliche Gewaltmonopol wiederherzustellen und potenzielle Bedrohungen durch nichtstaatliche Akteure zu eliminieren.
Inmitten dieser Übergangsphase und der beginnenden ausländischen Investitionen bleibt die Frage offen, inwieweit die neuen Pläne wirklich dazu beitragen können, die verheerenden Folgen des Krieges zu mildern und eine nachhaltige Zukunft für das syrische Volk zu sichern. Die Herausforderungen, sowohl gesellschaftlicher als auch wirtschaftlicher Art, sind gewaltig, und der Erfolg des Wiederaufbaus wird von vielen Faktoren abhängen.