Ab März 2023 werden in Berlin bedeutende Änderungen bei den Fahrkartenkontrollen der Deutschen Bahn sowie bei den Richtlinien der Schufa eingeführt. Diese Maßnahmen sind direkt im Zusammenhang mit einem tödlichen Vorfall, bei dem ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz von einem Schwarzfahrer angegriffen wurde. Um die Sicherheit während der Reisen zu erhöhen, ist es ab dem 1. März erforderlich, dass Ticketkontrolleure in Regionalzügen die Identität der Reisenden überprüfen, indem sie nach einem Personalausweis fragen. Dies könnte, laut Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), dazu beitragen, die Gewalt um etwa 18 Prozent zu senken.

Eine weitere wichtige Veränderungen betrifft die Schufa. Nach den neuen Regelungen wird es den Nutzern erstmals ab Ende März 2026 möglich sein, einen Einblick in ihre gespeicherten Daten zur Bonitätsauskunft zu erhalten. Die Schufa plant, die Daten vierteljährlich zu aktualisieren, und der Zugang zu diesen Informationen wird kostenlos sein. Nutzer können zu diesem Zweck ein Konto bei der Schufa anlegen, um ihre Bonitätswerte besser nachvollziehen zu können.

Änderungen für Ticketkäufer und Auswirkungen auf die Verbraucher

Eine zusätzliche Herausforderung für viele Verbraucher könnte der Bonitätscheck sein, der beim Erwerb des Deutschlandtickets erforderlich ist. Abonnenten müssen häufig einen positiven Schufa-Score aufweisen, um die Ticketkäufe zu tätigen. Ein negativer Schufa-Score kann dazu führen, dass Interessenten vom Kauf des 49 Euro teuren Tickets ausgeschlossen werden. Dies stellt besonders für Personen mit niedriger Kreditwürdigkeit ein erhebliches Hindernis dar.

Eine mögliche Lösung für diese Problematik bieten alternative Kaufmöglichkeiten, beispielsweise über Transdev, die das 58-Euro-Ticket ohne Schufa-Prüfung anbieten. Der Verkauf dieses neuen Preismodells hat bereits begonnen. Dabei müssen die Kunden für das ganze Jahr im Voraus bezahlen, um das Ticket zu erwerben. Dies könnte zwar eine Wegsicht für viele sein, die mit einem schlechten Schufa-Score kämpfen, ist jedoch nicht ohne Hürden. Es ist wichtig zu beachten, dass die Ticketpreise, die bereits ab Januar 2025 auf 58 Euro steigen, aufgrund der steigenden Kosten für den Nah- und Regionalverkehr angepasst werden mussten.

Zusätzliche Änderungen im Versicherungswesen

Parallel zu diesen Entwicklungen gibt es auch Änderungen in Bezug auf die Versicherungskennzeichen in Berlin. Bis Ende Februar 2026 laufen die grünen Kennzeichen für Mofas, Mopeds und E-Scooter aus und werden durch schwarze Kennzeichen ersetzt. Diese Regelung dient der besseren Erkennung des Versicherungsschutzes durch Polizei und Ordnungsämter. Die Farbwechsel der Kennzeichen finden jährlich statt, um eine klare Abgrenzung der Versicherungsjahre zu gewährleisten.

Zusammenfassend ist es für die Berliner Verbraucher entscheidend, die bevorstehenden Änderungen und deren Auswirkungen auf die Ticketkäufe sowie Versicherungen im Blick zu behalten. Die neuen Schufa-Regelungen und die Einführung verstärkter Kontrollen in den Zügen sind bedeutende Schritte zu mehr Sicherheit, bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich, insbesondere für Kunden mit negativem Schufa-Score.