Siemens Energy hat seit Jahresbeginn eine beeindruckende Kursentwicklung verzeichnet. Am Montag, dem 16. Februar 2026, stieg die Aktie um rund 1,5 Prozent und erreichte einen Tageshöchstkurs von 165,65 Euro. Damit übertraf der Kurs das Allzeithoch von letzter Woche nur um wenige Cent. In diesem Jahr hat sich der Kurs bereits um 36,2 Prozent erhöht und innerhalb eines Jahres sogar um beinahe 180 Prozent. Dieses Wachstum folgt auf eine Krise im Herbst 2023, als das Unternehmen um staatliche Garantien bitten musste, um Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Bank-Garantien zu überwinden. Ein wichtiger Schritt war eine kostenpflichtige Rückgarantie des Bundes, die 100 Millionen Euro pro Jahr kostete und im Sommer 2025 zurückgegeben wurde, was zur Stabilisierung des Unternehmens beitrug.
Fünf Analystenhäuser haben am Montag ihre Kursziele für die Siemens Energy Aktie angehoben. So erhöht die Royal Bank of Canada (RBC ihr Kursziel von 150 Euro auf 185 Euro, während die Deutsche Bank ein Kursziel von 180 Euro setzt, gestützt durch das starke Gasturbinengeschäft. Besonders markant ist die Erhöhung des Kursziels durch Berenberg, das von 130 Euro auf 195 Euro ansteigt. Bank of America (BofA) setzt ein Kursziel von 200 Euro und hat die Aktie in zwei seiner Top-Listen aufgenommen. Trotz dieser positiven Einschätzungen bewertet die Baader-Bank die Aktie als Verkaufsposition und setzt ihr Kursziel auf 147 Euro.
Marktentwicklung und Geschäftsergebnisse
Siemens Energy konnte für das erste Geschäftsquartal (Oktober bis Dezember) einen Gewinn von 746 Millionen Euro melden, was fast dem Dreifachen des Vorjahreszeitraums entspricht. Der Umsatz stieg um 12,8 Prozent auf knapp 9,7 Milliarden Euro, während das Neugeschäft um ein Drittel auf 17,6 Milliarden Euro zulegte, insbesondere angeheizt durch eine starke Nachfrage aus den USA. Der Auftragseingang im Gasturbinengeschäft stieg um mehr als 80 Prozent auf 8,75 Milliarden Euro, was die Prognose für 2025/26 stützt. Siemens Energy hält zudem an seiner Prognose fest, dank eines Rekordauftragsbuchs von 146 Milliarden Euro.
Ein negativer Sondereffekt, der aus dem Verkauf des Windkraftgeschäfts in Indien resultierte, drückte jedoch auf das Ergebnis. Dennoch hat sich der Verlust im Windgeschäft (Siemens Gamesa) fast halbiert und beträgt nun 221 Millionen Euro. Die Auftragslage ist deshalb kritisch, da der Auftragseingang im Windgeschäft um ein Drittel auf knapp 1,6 Milliarden Euro gesunken ist.
Technische Analyse und Empfehlungen
Analysten haben eine durchschnittliche Empfehlung für die Siemens Energy Aktie gegeben: Kaufen. Das durchschnittliche Kursziel für die nächsten Monate liegt bei 154 Euro, was etwa 6 Prozent unter dem aktuellen Kurs von 165,65 Euro liegt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) zeigt mit 85,3 auf Wochenbasis und 89,7 auf Monatsbasis, dass die Aktie überkauft sein könnte. Dies lässt erste bearishe Divergenzen im Tageschart erkennen, die auf eine mögliche Korrektur oder Trendwende hinweisen.
Der nachbörsliche Kurs am 16. Februar 2026 lag bei 163,40 Euro, was einem Anstieg von 0,80 Prozent entspricht. Während die Analysten weiterhin optimistisch sind, wird für Neueinsteiger aufgrund der hohen Bewertung und des Kursverlaufs von einem Einstieg abgeraten. Die Bandbreite der Analystenschätzungen reicht von einem niedrigsten Kursziel von 86 Euro bis zu einem höchsten Kursziel von 210 Euro.
Insgesamt zeigt sich, dass Siemens Energy sich in einer dynamischen Marktlage befindet, die durch hohe Nachfrage und gleichzeitig durch Herausforderungen im Windgeschäft geprägt ist. Der Blick auf die kommenden Monate wird entscheidend sein, um die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens zu bewerten.
Für detailierte Informationen zum Kursverlauf und weiteren Analystenmeinungen besuchen Sie bitte Ariva, Tagesschau und MarketScreener.