Die gestiegenen Kosten für Auto-Reparaturen haben erhebliche Auswirkungen auf die Kfz-Versicherungen in Deutschland. Seit 2022 sind die Versicherungsprämien im Durchschnitt um 40 Prozent teurer geworden. Verantwortlich dafür sind vor allem die konstant hohen Reparaturkosten und die Preise für Ersatzteile. In der aktuellen Situation kann es für Autofahrer schnell dazu kommen, dass ihr Fahrzeug als wirtschaftlicher Totalschaden eingestuft wird. Dies bedeutet, dass die Kosten für eine Reparatur den Wiederbeschaffungswert des Autos übersteigen.

Bei einem wirtschaftlichen Totalschaden übernehmen die Versicherungen häufig nur den Wiederbeschaffungswert, der oft niedriger ausfällt als von vielen Fahrzeugbesitzern zunächst angenommen. Laut HNA greift hier die sogenannte 130-Prozent-Regel: Dies besagt, dass die gegnerische Haftpflichtversicherung die Reparaturkosten nur dann übernimmt, wenn diese maximal 30 Prozent über dem Wiederbeschaffungswert liegen. Voraussetzung dafür ist, dass das Fahrzeug fachgerecht instandgesetzt und weiterhin genutzt wird.

Wirtschaftlicher vs. technischer Totalschaden

Wichtig ist der Unterschied zwischen wirtschaftlichem und technischem Totalschaden. Während ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt, wenn die Reparatur nicht mehr rentabel ist, ist ein technischer Totalschaden der Fall, wenn das Fahrzeug so stark beschädigt ist, dass eine Reparatur gar nicht mehr möglich ist. Letzteres führt oft dazu, dass das Fahrzeug einen Restwert von 0 Euro hat und verschrottet werden muss. Laut den Informationen von Verivox bleibt beim wirtschaftlichen Totalschaden jedoch ein Restwert bestehen, der verkauft werden kann.

Um eine fundierte Entscheidung zwischen Reparatur und Abrechnung zu treffen, kann ein Rechner für wirtschaftliche Totalschäden sinnvoll sein. Der Rechner hilft, die Entschädigung bei fiktiver Abrechnung zu ermitteln: Der Wiederbeschaffungswert minus Restwert, plus gegebenenfalls Nebenkosten. Diese Berechnungen berücksichtigen neben den Wiederbeschaffungswert auch die Reparaturkosten und eine mögliche merkante Wertminderung. So können Fahrzeughalter genau nachvollziehen, ob eine Reparatur sinnvoll ist oder nicht.

Reparaturkosten optimieren

Ein Ansatz zur Senkung der Reparaturkosten ist die Verwendung von gebrauchten Ersatzteilen. Fahrzeugbesitzer können dadurch nicht nur die Kosten reduzieren, sondern auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ihr Auto reparierbar bleibt. Darüber hinaus haben Versicherte bei einem Schadensfall ein außerordentliches Sonderkündigungsrecht, was bedeutet, dass sie in der Regel die Möglichkeit haben, ihre Versicherungsverträge unter bestimmten Bedingungen zu kündigen.

Die Einschätzung des Restwerts und des Wiederbeschaffungswerts erfolgt in der Regel durch einen unabhängigen Kfz-Gutachter. Dieser nutzt dafür unter anderem die Schwacke-Liste, die 1957 veröffentlicht wurde und als wichtige Quelle zur Ermittlung von Fahrzeugwerten gilt. Es ist von Bedeutung, die Schätzwerte zu verstehen, da sie von verschiedenen Faktoren wie dem Zustand des Fahrzeugs oder der Sonderausstattung abhängen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die medizinischen und wirtschaftlichen Aspekte eines Totalschadens komplex und oft unübersichtlich sind. Doch mit dem richtigen Wissen und einer gezielten Herangehensweise kann jeder Autofahrer die besten Entscheidungen für sich treffen.