Die spanische Regierung hat ein neues Hilfsprogramm für Kleinunternehmen und Selbstständige ins Leben gerufen, um den Kauf von Elektrofahrzeugen zu fördern. Diese Ankündigung erfolgte während des VIII. Nationalen Industriekongresses, wo Ministerpräsident Pedro Sánchez die Details des Programms präsentierte. Zielgruppe sind Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern sowie freiberuflich Tätige, die Zuschüsse von bis zu 7.500 Euro pro Fahrzeug erhalten können. Diese Zuschüsse gelten sowohl für den direkten Kauf als auch das Leasing von Elektrofahrzeugen. Das Programm wird vom Ministerium für Industrie und Tourismus verwaltet und hat ein Budget von 40 Millionen Euro, was es jedoch nur zehnmal kleiner als das Hauptprogramm Auto+ macht. Die genauen Bedingungen und Starttermine sind bislang noch nicht bekannt.
Ein wichtiger Aspekt des Programms ist die Eröffnung der zweiten Phase des PERTE-Programms zur industriellen Dekarbonisierung, die mit einer Finanzierung von 330 Millionen Euro ausgestattet wird. Die Parameter des Auto+-Plans wurden bereits veröffentlicht, jedoch wird die Genehmigung frühestens im Mai oder Juni erwartet. Die maximale Förderhöhe unter diesem Plan beträgt 4.500 Euro und hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Antriebstyp oder dem Herkunftsland des Fahrzeugs ab. Zudem gibt es zusätzliche Boni für Modelle, die innerhalb der EU hergestellt werden oder europäische Batterien verwenden.
Erweiterung der staatlichen Förderungen
Doch nicht nur das neue Hilfsprogramm sorgt für Aufsehen. Spanien hat auch die Rahmenbedingungen zur Förderung des Kaufs von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen über staatliche sowie regionale Programme erweitert. Das El Moves III Programm erhält eine Budgeterhöhung von 400 Millionen Euro bis 2025, um bestehende Wartelisten abzubauen. Von diesem Programm wurden bereits 381,76 Millionen Euro an autonome Gemeinschaften ausgezahlt. Die höchsten Zuweisungen erhält Madrid mit 85 Millionen Euro, gefolgt von Katalonien mit 75,5 Millionen Euro und der Valencianischen Gemeinschaft mit 50,32 Millionen Euro. Die Förderbeträge für den Erwerb von Fahrzeugen mit alternativem Antrieb variieren zwischen 700 und 9.900 Euro, abhängig vom Fahrzeugtyp und Antragsteller. Zudem sind Subventionen für die Installation von Ladepunkten vorgesehen, die bis zu 80 % der Kosten abdecken können.
In Katalonien beispielsweise wurden 35.250 Fahrzeuge sowie 23.800 Ladepunkte gefördert, was eine Investition von über 900 Millionen Euro zur Folge hatte. Um die Verbreitung von Elektrofahrzeugen weiter voranzutreiben, hat die Region ihr Förderbudget um 73,5 Millionen Euro auf insgesamt 135 Millionen Euro für 2025 angehoben. Galicien kombiniert zudem staatliche Hilfen mit einem eigenen Programm, das Zuschüsse bis zu 4.600 Euro anbietet.
Langfristige Strategien und Ziele
Der neue Auto-Plan 2030 ist ein zentraler Bestandteil der langfristigen Strategie Spaniens, seine Position als globaler Automobilstandort während der Elektromobilitätsrevolution zu sichern. Der Plan wurde mit Unterstützung bedeutender Akteure aus der Automobilbranche entwickelt und umfasst eine Reihe von direkten Subventionen, regulatorischen Änderungen sowie Investitionen in Werke und den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Insgesamt soll die Wertschöpfung im Automobilsektor von 85.000 Milliarden auf 120.000 Milliarden Euro steigen, während die Produktion auf 2,7 Millionen Fahrzeuge erhöht werden soll, von denen 2,4 Millionen für den Export bestimmt sind. Rund 95 % der hergestellten Fahrzeuge sollen Elektrofahrzeuge oder Plug-in-Hybride sein.
Das Ziel aller Maßnahmen ist die Beschleunigung der Dekarbonisierung des Verkehrssektors bis 2030-2035. Im Rahmen des Plans sind zusätzlich steuerliche Anreize vorgesehen, die einen 15%igen Abzug bei der Einkommensteuer für den Kauf von elektrifizierten Fahrzeugen und der zugehörigen Ladeinfrastruktur umfassen. Damit möchte die Regierung den Elektrofahrzeuganteil am Markt weiter erhöhen. Im Jahr 2023 wurden bereits mehr als 200.000 elektrifizierte Pkw verkauft, was 20% der Gesamtverkäufe entspricht.
Die Umsetzung dieser ehrgeizigen Pläne wird maßgeblich von der Geschwindigkeit und Koordination zwischen den verschiedenen Verwaltungsstellen abhängen, um den Erfolg der Maßnahmen sicherzustellen.