Regierungen und Verwaltungen weltweit stehen vor zunehmenden Herausforderungen, um mit den wachsenden Anforderungen der Städte Schritt zu halten. Insbesondere unterfinanzierte und unvorbereitete öffentliche Einrichtungen haben Schwierigkeiten, angemessen auf Krisen zu reagieren. Ziel vieler Initiativen ist es, den Staat leistungsfähiger und strategischer zu gestalten. Laut Surplus Magazin sind die Herausforderungen hierbei vielfältig: Sie reichen von der Bereitstellung von angemessenem Wohnraum bis hin zur Stärkung der Resilienz gegenüber dem Klimawandel und der Verbesserung der Technologie für alle.
In diesem Kontext haben sich Städte als Vorreiter moderner Regierungsführung etabliert. Gleichzeitig sind sie besonders anfällig für Klimaschocks, Ungleichheit und Arbeitsplatzveränderungen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, müssen Stadtverwaltungen ihre Fähigkeit zur Antizipation und schnellen Reaktion verbessern. Investitionen in die Stadtverwaltung werden oft weniger prioritär behandelt als in Infrastruktur oder Sicherheit, obwohl ihre Stärkung strategisch wichtig ist, um dringenden Problemen und der demokratischen Resilienz zu begegnen.
Resilienz und nachhaltige Stadtentwicklung
Ein zentraler Aspekt der Stadtentwicklung ist die Resilienz. Laut einer Publikation des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sollten Städte die Integration von Resilienz in ihre Entscheidungsprozesse priorisieren. Resilienz kann sowohl als eigenständiges Element als auch als Querschnittsthema in Smart-City-Strategien betrachtet werden. Vier wesentliche Merkmale resilienter Systeme sind dabei entscheidend: Feedback-Loops, Modularität, Diversität und Redundanz.
Um die urbane Resilienz zu steigern, ist es notwendig, in fachliche, personelle und finanzielle Ressourcen zu investieren. Dies geschieht oft in Kooperation mit Fachinstituten und Forschungszentren, die die Entwicklung innovativer Strategien unterstützen. Der Fokus liegt dabei auch auf der Verbindung von Resilienz und Digitalisierung, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.
Die dreifache Herausforderung der Städte
Städte sind nicht nur der zentrale Lebensraum für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, sondern auch Hotspots für Ressourcennutzung und Emissionserzeugung. Sie stehen vor der dreifachen Herausforderung, Klimaneutralität zu erreichen, Resilienz gegenüber Krisen zu entwickeln und die Lebensqualität für diverse Bewohner*innen sicherzustellen. Laut dem UFZ müssen notwendige Transformationen rasch und tiefgreifend erfolgen.
Trotz bereits unternommener Schritte zur Klimaneutralität und Resilienz verläuft der Fortschritt in vielen Städten oft unzureichend. Gründe dafür sind mangelnde Einsicht in die Bedrohlichkeit der Klimakrise, widersprüchliche Interessen in der Stadtentwicklung sowie fehlende finanzielle Mittel. Zudem stehen klassische Wachstumsziele und inkrementelle Ansätze den Zielen einer nachhaltigen Stadtentwicklung entgegen.
Angesichts dieser komplexen Lage ist es entscheidend, die Rolle von Krisen als Katalysatoren für Wandel zu verstehen. Unterstützungssysteme sind notwendig, um Städte und deren Akteur*innen darin zu unterstützen, mit multiplen Krisen umzugehen und Lösungen für Multifunktionalität und Resilienz zu entwickeln. Inter- und transdisziplinäre Forschung ist dabei unerlässlich, um Wissen für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu generieren und zu erproben, wobei Städte wie Leipzig als „Labor“ für langfristige Perspektiven fungieren können.